Am 9. November 2009 wäre Ulrich Schamoni 70 Jahre alt geworden. Die Deutsche Kinemathek erinnert mit einer kleinen Filmreihe an den Regisseur und begründet gemeinsam mit seiner Familie die Sammlung Ulrich Schamoni, um Filme und filmbegleitende Materialien zu sichern und der Filmforschung zu erhalten. "Geist und ein wenig Glück" – so der Titel seiner 1965 gedrehten Dokumentation über den jungen deutschen Film – halfen ihm bei seinen Versuchen, in den 1960er und 1970er Jahren anspruchsvolle Themen und populäres Kino miteinander zu verbinden. Nach seiner Ausbildung zum Regieassistenten und Schauspieler tritt er 1962 mit dem Roman Dein Sohn lässt grüßen auf den Plan, der sofort von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indiziert wird.
Der Spielfilm ES (11.11.) behandelt 1966 die Ehekrise eines jungen Paares. Alltagswirklichkeit und das Lebensgefühl der jungen Generation formulieren eine filmische Gegenposition zum damals noch die Leinwände beherrschenden prob-lemfreien Unterhaltungskino der Altbranche. EINS (10.11.) von 1971 heißt so, "weil das der erste Film ist, in den mir keiner reingequatscht hat", so Ulrich Schamoni. Ein junger Kapitalist, gespielt von Schamoni selbst, versucht in den Casinos der Côte d'Azur das große Geld zu machen und gerät dabei unverhofft in Schwierigkeiten. In der selbstironischen Komödie CHAPEAU CLAQUE (1973,74, 9.11.) nahm Schamoni diese Figur wieder auf und zeigte den heiteren Niedergang eines Zylinderherstellers, der nach seinem Bankrott den Müßiggang zum Lebensprinzip erhebt. Die FSK gab den Film erst ab 18 Jahren frei, weil er jugendliche Menschen zum Nichtstun verleiten könne. (Martin Koerber) Zur Einführung des Programms am 9. November spricht die Produzentin Regina Ziegler über ihren Freund und Partner der Firma Bärenfilm.

