Filmmuseen widmen sich der Bewahrung und Präsentation von Filmgeschichte. Doch wie kann ein Museum den Besonderheiten des Mediums Film mit seinen spezifischen zeitlichen und technischen Voraussetzungen gerecht werden? Wie wird Film als künstlerisches Produkt sowie als kultur- und zeithistorisches Dokument ausgestellt und welcher Kontextualisierungen bedarf er? Wie begegnen Filmmuseen den teils gegensätzlichen Anforderungen von Sammeln und Bewahren einerseits und Zeigen und Vermitteln andererseits? Wie wirken sie an filmgeschichtlichen Kanonisierungen mit – und wie ist ihr Verhältnis zu den "Rändern" und "Unterströmungen" einer meist national ausgerichteten Präsentation von Filmgeschichte?
In der Ständigen Ausstellung Film im Museum für Film und Fernsehen wurde der Bereich "Von der Nachkriegszeit zur Gegenwart" neu gestaltet und erweitert. Aus diesem Anlass thematisiert das Kolloquium Ausstellungskonzepte von Filmmuseen. Neben der Präsentation der aktuellen Ausstellungen des Museums für Film und Fernsehen diskutieren an zwei Tagen Kuratoren, Filmwissenschaftler, Ausstellungs- und Programmmacher aus Österreich und Deutschland über Darstellungsformen von Filmgeschichte sowie gesellschaftliche, kulturelle und pädagogische Aufgaben von Filmmuseen. Am Abend des 19.6. findet die neunte Verleihung des Kinopreises des Kinematheksverbundes statt. Mit dem Preis werden jährlich Kommunale Kinos für herausragende Programme ausgezeichnet und ihr Engagement für eine anspruchsvolle und vielfältige Kinokultur in Deutschland gewürdigt. Den Abschluss des Kolloquiums bildet am 20.6. die Filmvorführung von MATERIAL (Thomas Heise, D 2009) mit Einführung des Regisseurs (Anke Hahn).

