THE PIANIST (Roman Polanski, Kamera: Paweł Edelman, F/GB/D/PL 2002, 18.4.) Ein einfacher Film ohne Effekte solle es werden, in dem für Kunststückchen in Regie und Kamera kein Platz sei – so stimmte Polanski seine Crew auf die Verfilmung der Autobiografie des polnischen Pianisten Władysław Szpilman ein, der die Zerstörung des Warschauer Ghettos und die anschließende Odyssee durch verlassene Wohnungen und Dachböden überlebt. Die geradlinige Erzählung und akribisch-genaue Gestaltung des Films erlaubt einen Blick, "der zugleich Enge der ständigen Gefangenschaft und Flucht, und die Endlosigkeit des Terrors einbezieht. Jede Einstellung konstruiert den Zusammenhang zwischen dieser einen, wunderbaren Geschichte und der historischen Wahrheit der Todesmaschine." (Georg Seeßlen)
WRONY (Krähen, Dorota Kędzierzawska, Polen 1994, 19.4., zu Gast: Arthur Reinhart) Die erste Zusammenarbeit zwischen Reinhart und Kędzierzawska kreist um ein ungeliebtes, einsames neunjähriges Mädchen, das ein kleines Kind für einen Tag entführt und sich so gut es geht um es kümmert. Reinharts poetische Bilder der Stadt, der Weite des Meeres, des Himmels und der Sandstrände schaffen die atmosphärische Grundierung einer wortarmen Kinder-Welt, die zwischen Zärtlichkeit und Aggressivität, spielerischen Raufereien und Hilflosigkeit aufgespannt ist. Als Vorfilm läuft WSZYSTKO MOZE SIE PRZYTRAFIC (Anything Can Happen, Marcel Łoziński, Kamera: Arthur Reinhart, Polen 1995), in dem ein kleiner Junge ältere Menschen nach den wichtigsten Dingen im Leben befragt.
NIC (Nothing, Dorota Kędzierzawska, Kamera: Arthur Reinhart, Polen 1998, 20.4.) Grell fallen die Sonnenstrahlen in einen ärmlichen Hinterhof und die enge Wohnung einer dreifachen Mutter, die an der Verständnislosigkeit ihrer Umwelt, ihrer Einsamkeit und Überforderung scheitert. Wie in einem gleißenden, unerbittlichen Lichtkegel nimmt eine Tragödie ihren Lauf. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Polnischen Institut, Berlin. Dank an Kornel Miglus.

