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Vom 23. bis 26. Mai präsentiert die Botschaft von Georgien in der Bundesrepublik Deutschland eine Auswahl georgischer Filmklassiker im Arsenal. Die Reihe ist Teil der Georgischen Kulturtage 2011, in denen die Botschaft eine Begegnung mit der georgischen Kulturlandschaft bietet. Auf dem Programm steht eine Ausstellung zeitgenössischer georgischer Künstler in der Galerie Georgia Berlin in Charlottenburg sowie verschiedene Dokumentarfilmabende und Autorenlesungen in den Räumlichkeiten der Botschaft von Georgien. Abschluss der Kulturtage werden die Feierlichkeiten zum Georgischen Nationalfeiertag am 26. Mai sein.

Die Geschichte des georgischen Films geht in die Zeit unmittelbar vor Ausbruch des 1. Weltkrieges zurück. In den 20er Jahren entstand eine gut organisierte staatliche Filmindustrie, die in den 80er Jahren jährlich bis zu acht Spielfilme sowie eine Reihe von Dokumentar- und Trickfilmen produzierte. Der georgische Film gilt als kreativ und originell, viele Regisseure wurden bei unterschiedlichen internationalen Festivals und Wettbewerben ausgezeichnet. Wegen ihrer kritischen Inhalte wurden unter sowjetischer Herrschaft georgische Filme immer wieder von der Zensur unterdrückt. Neben frühen Meisterwerken des Stummfilms – live begleitet am Klavier durch den georgischen Komponisten und Generalmusikdirektor des Georgischen Staatsorchesters Nika Memanishvili – enthält das Programm Filme der 50er und 70er Jahre.

KETO DA KOTE (Keto und Kote, Vakhtang Tabliashvili, Shalva Gedevanishvili, 1948, 23.5.) ist ein komödiantisches Musical über das georgische Stadtleben im 19. Jahrhundert. Der Film gilt als erster Musikfilm des georgischen Kinos. Durch die hintergründigen Liedtexte wird ein differenziertes Bild der gesellschaftlichen Begebenheiten jener Zeit porträtiert. Die Hauptfiguren werden als Antipoden dargestellt, was die Komik des Filmes weiter unterstreicht.

MAGDANAS LURJA (Magdanas Esel, Tengiz Abuladze, Rezo Ckheidze, 1955, 24.5.) gilt als das Meisterwerk zweier bekannter georgischer Regisseure, Rezo Ckheidze und Tengiz Abuladze. Der Film erzählt die Geschichte einer georgischen Familie, die versucht, mit einem blauen Esel wirtschaftlich über die Runden zu kommen. Der Film wurde in Georgien als ethische Revolution betrachtet und wurde zum Vorbild für viele weitere kritische Filme in der Zeit des politischen Tauwetters.

MARILI SVANETS/JIM SHVANTE (Salz für Swanetien, Mikhail Kalatozov (Kalatozishvili), 1930, 24.5, am Klavier: Nika Memanishvili) Mit seinem Werk taucht der Regisseur in eine Welt der Isolation ein und dokumentiert das Leben der Swaneten in den abgelegenen Gebirgsregionen des Großen Kaukasus. Ursprünglich war SALZ FÜR SWANETIEN als Spielfilm geplant. Jedoch wurden die Produktionsarbeiten durch die sowjetische Zensur massiv behindert, so dass aus dem vorhandenen Material letztendlich ein Dokumentarfilm wurde.

CHEMI BEBIA (Meine Großmutter, Kote Mikaberidze, 1929, 25.5., am Klavier: Nika Memanishvili) ist eine Stummfilm-Satire auf die Bürokratie der Sowjetunion der 20er Jahre und war wegen seiner regimekritischen Aussagen über 50 Jahre lang verboten. Seine bissige Ironie macht ihn zu einem Meisterwerk der Komik, historisch aufschlussreich und so "politisch inkorrekt" wie kein anderer Film seiner Zeit.

SHEREKILEBI (Sonderlinge, Eldar Shengelaia, 1973, 26.5.) Diese romantische Komödie spielt an einem fiktiven Ort in einem fiktiven Land und erzählt die Geschichte einer Gesellschaft, in der Andersdenkende als Kriminelle eingesperrt oder als geistig verwirrt dargestellt werden. Weil man sie für eine Gefahr hält, werden sie von den "Normalen" isoliert. Mit bissigem Humor verbindet Regisseur Eldar Shengelaia politische Sozialkritik mit einer romantischen Liebesgeschichte. (Text: Botschaft von Georgien)

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