Filmvorführung mit anschließender Podiumsdiskussion:
Zu Gast:
Volker Sattel (Regisseur), Prof. Stefan Stefanescu (Koautor von UNTER KONTROLLE). Adrienne Goehler (Publizistin und Kuratorin), Bert Rebhandl (Filmkritiker), Prof. Dr. Armin Grunwald (Karlsruher Institut für Technologie)
Moderation: Dorothee Wenner (Journalistin und Filmemacherin)
Aus aktuellem Anlass präsentiert das Arsenal – Institut für Film und Videokunst in Kooperation mit dem Haus der Kulturen der Welt den Film UNTER KONTROLLE von Volker Sattel. UNTER KONTROLLE entfaltet ein Panorama des Nuklearbetriebs in Deutschland. In den Kontrollräumen, Reaktorenhallen und Zwischenlagern fokussiert die Kamera die Mühen der Risikobeherrschung. Der Film zeigt aktive und stillgelegte Kernkraftwerke, Schulungsanlagen, die Internationale Atomenergiebehörde, ein Institut für Risikoforschung, die Jahrestagung Kerntechnik, ein Endlager für radioaktiven Abfall sowie Forschungsstätten. Im Blick auf eine Technologie, die einst als Synonym für Fortschritt galt, eröffnet sich auch ein Stück Zivilisationsgeschichte und die Frage: Wie funktioniert eine Gesellschaft im Atomzeitalter?
Der Film bezieht sich auf eine Gegenwart, die zum Zeitpunkt seiner Premiere beim Forum der Berlinale im Februar 2011 noch existierte. Fukushima hat sie verändert, bevor der Film in die Kinos kommen konnte. Diese unerwartete Zäsur macht die Frage des Films nach gesellschaftlichen Strukturen und Mechanismen umso relevanter.
UNTER KONTROLLE zeigt aber auch atemberaubende Bilder in Cinemascope: ein Brennstab, an dem die Kamera langsam entlanggleitet. Zahllose bunt blinkende Lämpchen auf den Schalttafeln der Kontrollräume, wie im Cockpit eines Raumschiffs. Bilder, die von Faszination und Bedrohung, Tragik und Risiko gleichermaßen zeugen. Bilder zwischen Science Fiction und Industriefilm. Eine eigenwillige Auseinandersetzung mit einer gefährlichen Technologie, ein Einblick in eine hermetische Welt – und nicht zuletzt ein Film über die Ästhetik einer Technik des 20. Jahrhunderts und ihrer Bauten.
In der anschließenden Podiumsdiskussion geht es um die Fähigkeit des Kinos, Realität zu analysieren und sich in Prozesse des politischen und gesellschaftlichen Lebens einzuschreiben. Es bringt Zeitdokumente hervor, aber auch ästhetische Ereignisse: Die politische Dimension des Kinos umfasst auch die Frage nach der Autonomie der Bilder, ihre instabile Beziehung zu ihrem Gegenstand, und ihre historische Lebensdauer. Veranstaltungsort: Haus der Kulturen der Welt | hkw | John-Foster-Dulles-Allee 10 | 10557 Berlin
Eintritt: 5 € / 3 € (ermäßigt) Eine Veranstaltung des Arsenal – Institut für Film und Videokunst in Kooperation mit dem Haus der Kulturen der Welt im Rahmen des Projekts ÜBER LEBENSKUNST, einem Initiativprojekt der Kulturstiftung des Bundes. Das Arsenal – Institut für Film und Videokunst und Farbfilm starten den Film am 12. Mai bundesweit in den Kinos.

