BOMBAŠI (Der Weg durch die Hölle, Predrag Golubović, YU 1973, 12.10.) handelt von zwei Freunden, beide Bomber in der Partisanen-Armee, die während des Krieges in Guerilla-Aktionen Festungen und Bunker zerstörten. BOMBAŠI ist auch ein typisches Beispiel für die Einflüsse des Western und des japanischen Samurai-Films auf den jugoslawischen Partisanenfilm. RANI RADOVI (Frühe Werke, Želimir Žilnik, YU 1969, 13.10.) Žilniks Langfilmdebüt gewann 1969 den "Goldenen Bären" bei der Berlinale und erzählt von fünf jungen Menschen, die die Revolution umsetzen wollen. Nach den studentischen Demonstrationen von 1968 gehen sie in ländliche Gebiete Serbiens und fangen mit der Kampagne der Rückkehr zu Marx an. "Ein rares Beispiel wirklich politischen Filmemachens, das sich über tagespolitische Fragen hinaus mit den Widersprüchen jeglicher Form sozialen Engagements auseinandersetzt." (Christoph Huber) W. R. – MISTERIJE ORGANIZMA (WR – Mysterien des Organismus, Dušan Makavejev, YU 1971, 13.10., Einführung: Miranda Jakiša) ist inspiriert von den Lehren des Psychoanalytikers und Sexologen Wilhelm Reich und behandelt das Verhältnis von Sexualität und Politik. Eine junge, hübsche jugoslawisch-marxistische Kosmetikerin verliebt sich in den sowjetischen Eiskunstlaufmeister und verliert des-wegen den Kopf – buchstäblich und bildlich! Gleichzeitig philosophischer Essay, politischer Zirkus, Science-Fiction-Groteske mit dokumentarischen Elementen, hat W. R. – MISTERIJE ORGANIZMA die Grenzen der internationalen Kinematografie verrückt und war im sozialistischen Jugoslawien offiziell verboten. U RATU I REVOLUCIJI (In Krieg und Revolution, Ana Bilankov, Kroatien 2011, 14. 10.) ist eine kurze Videoarbeit über die persönliche und die politisch motivierte kollektive Amnesie während der politischen Änderungen und des Krieges Anfang der 90er Jahre in Kroatien. ZALAZAK STOLJEĆA: TESTAMENT L. Z. (Der Untergang des Jahrhunderts: Testament L.Z., Lordan Zafranović, Kroatien/Tschechien/Österreich/F 1994, 14.10., zu Gast: Lordan Zafranović) ist ein faszinierendes Dokumentar-Montage-Epos, in dem die Geschichte des faschistischen kroatischen Staates der Jahre 1941 bis 1945 erzählt und der Prozess gegen den ehemaligen Innenminister Andrija Artuković beschrieben wird. Gleichzeitig zieht er Parallelen zum aggressiven Nationalismus der 90er Jahre nach dem Zerfall Jugoslawiens. Während der Dauer dieses Programms ist im Roten Foyer ein von Nataša Tepavčević kuratiertes Videoprogramm zu sehen, das Werke folgender Künstler umfasst: Lutz Becker, Marina Gržinic, Aina Smid, Zoran Todorović, Damir Nikšić, Sebastjan Leban, Staš Kleindienst, Driton Hajredini, Eduard Freudmann, Jelena Radić, Alban Mujaund die Künstlergruppe Apsolutno. (Vedrana Madžar) Am Sonntag, den 9. Oktober, um 17 Uhr wird Nataša Tepavčević eine Einführung in das Videoprogramm im Roten Foyer geben (in englischer Sprache, Eintritt frei). Zur Filmreihe entsteht eine begleitende Publikation, die an der Kasse ausliegt. In Zusammenarbeit mit der NGBK.

