Die französisch-marokkanische Videokünstlerin Bouchra Khalili, mit ihren Filmen und Installationen bei vielen internationalen Festivals und Ausstellungen vertreten, ist zurzeit Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. Die Beschäftigung mit Exil und klandestiner Existenz durchzieht all ihre formal wohldurchdachten Arbeiten. Die Videos des MAPPING-JOURNEY-Projekts (2008–2011) basieren auf Erzählungen namenloser Flüchtlinge, die über ihre Migrationsrouten nach Europa berichten und diese kreuz und quer auf einer Landkarte nachzeichnen. So entsteht eine alternative Geografie, eine Kartografie des Widerstands. Diesem modernen Nomadentum widmet sich auch die Video-Serie STRAIGHT STORIES (2006–2008). Die fünfteilige Arbeit SPEECHES (2012) zeigt Migranten, die, in ihrer jeweiligen Muttersprache, Auszüge aus Schlüsseltexten des postkolonialen Diskurses vortragen, u.a. von Aimé Césaire, Malcolm X und Mahmud Darwisch.
Dienstag, 10. Juli, 20h, im Anschluss Diskussion mit Bouchra Khalili STRAIGHT STORIES – PART 2: ANYA Bouchra Khalili F/Türkei 2008 OmE 12’
MAPPING-JOURNEY #1 Bouchra Khalili F 2008 OmE 4’
MAPPING-JOURNEY #3 Bouchra Khalili F/Palästina 2009 OmE 3’
MAPPING-JOURNEY #4 Bouchra Khalili F/Italien 2010 OmE 4’
MAPPING-JOURNEY #5 Bouchra Khalili F/Italien 2010 OmE 11’
MAPPING-JOURNEY #7 Bouchra Khalili F/Spanien 2011 OmE 6’
SPEECHES: AIMÉ CÉSAIRE Bouchra Khalili F 2012 OmE 3’
SPEECHES: ABDELKRIM AL KHATTABI Bouchra Khalili F 2012 OmE 4’
SPEECHES: MALCOLM X Bouchra Khalili F 2012 OmE 6’
SPEECHES: EDOUARD GLISSANT Bouchra Khalili F 2012 OmE 4’
SPEECHES: MAHMOUD DARWISCH Bouchra Khalili F 2012 OmE 3’
Die 1975 in Casablanca geborene Bouchra Khalili wuchs in Marokko und in Frankreich auf, promovierte an der Universität Sorbonne Nouvelle in Paris in Filmwissenschaften und schloss zudem ihr Videokunst-Studium an der École Nationale Supérieure d’Arts de Paris-Cergy mit einem Master ab. Ihre Filme und Installationen bewegen sich an der Grenze von Kino und Bildender Kunst sowie Dokumentar- und Experimentalfilm. Seit 2002 hat sie mehr als 20 Videoarbeiten veröffentlicht, die sich auf vielfältige Art und Weise mit dem Thema Migration beschäftigen. Bouchra Khalilis Filme werden weltweit auf Festivals, in Galerien, Museen und Kunstsammlungen gezeigt: im Haus der Kulturen der Welt in Berlin, in den Pacific Film Archives in Berkeley, im Centre Pompidou in Paris, in der Cinémathèque française, beim Rotterdamer und dem Oberhausener Filmfestival, im Reina Sofia Nationalmuseum sowie der Filmoteca Espanola.
Ihre erste Monografie wurde unter dem Titel "Story Mapping" im Herbst 2010 veröffentlicht. Bouchra Khalili gehört zu den Begründern der Cinémathèque de Tanger, einer Non-Profit-Organisation, die sich seit 2006 bemüht, arabisches und innovatives internationales Kino vorzustellen und zu fördern.
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Berliner Künstlerprogramm des DAAD.

