Im Mai und Juni stellen Mona Körte und KollegInnen des Zentrums für Literaturforschung (ZfL) in Berlin eine Reihe von Filmen zum Thema "Das Gesicht als Ereignis. Faciale Semantiken im Film" vor und begleiten damit ein Seminar an der TU Berlin. „Das Medium Film akzentuiert das Gesicht als ereignisreiche Oberfläche. Es befasst sich mit ihm als Schauplatz, als Ding ohne Körper, aber auch mit seinen sprechendsten Teilen, mit der Haut und dem Auge, der Wange und der Stirn, dem Mund, der Nase und dem Ohr. Wo Großaufnahme und Gesicht als Sujet zusammentreffen, ereignet sich etwas: Hier werden kulturgeschichtlich unklar aufeinander verweisende Relationen zwischen 'Sichtbarmachung, Technologie, Erkenntnis, Repräsentation und Unterhaltung' (Tom Gunning) aufgerufen. Das Medium Film deckt Verunsicherungen im bisherigen Verständnis visueller Kultur auf, indem es dem Regelfall der Physiognomiewahrnehmung, den Oppositionen von Oberfläche und Tiefe, von Innen und Außen, von Mensch und Monster neue Facetten abgewinnt. Dabei erscheint das Gesicht weniger als natürliche oder göttliche, sondern als zusammengesetzte, zerstörte oder getauschte Erscheinung zwischen Stumm- und Horrorfilm, zwischen Großaufnahme und Animationstechnik." (Mona Körte)
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