In Raphaël Griseys Videoarbeiten geht es oft um die sichtbare und unsichtbare Geschichte von Orten. Dabei lässt er sich auf Orte und Terrains ein, die ihm zunächst mehr oder weniger fremd sind, gibt ihnen und sich Zeit, zu einer Geschichte und einer filmischen Form zu finden. Längere Arbeiten entstehen meist in Kooperation mit denjenigen, die an diesen Orten zuhause sind oder ihre Geschichte kennen. Elemente einer oralen Erinnerungskultur verbinden sich mit einer wachsamen Kameraarbeit, in der sich der Glaube an ein visuelles Gedächtnis und an die stumme Sprache von Dingen und Oberflächen zu verkörpern scheint. In Griseys Arbeit geht es um die Gleichwertigkeit verschiedener Erzählungen, auch da noch, wo sie im Widerstreit sind; um den Austausch von Perspektiven, der nie ganz gefahrlos ist, wie es der Titel einer seiner letzten Arbeiten, "The exchange of perspectives is a dangerous game" (2011), nahelegt.
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