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"Aber ach, die rauhe Konterbande meines Lachens." (Aimé Césaire, "Notizen von einer Rückkehr ins Land der Geburt"). Gespenster der Freiheit gilt einem Dritten Kino: einem Kino, das den Pakt des Kinos bricht und stets bereit ist, die Hand zu beißen, die es füttert. Eine konterpräsidentiale Fantasie (LE PRESIDENT von Jean-Pierre Bekolo, 13.6.) – eine ketzerische Bergpredigt (LADONI von Artur Aristakisjan, 13.6.) die Zähmung einer widerspenstigen Glückssträhne in Dakar (LE FRANC von Djibril Diop Mambéty, 15.6.) – DER PARFÜMIERTE ALPTRAUM von Kidlat Tahimik (15.6.) – eine West Side Story auf dem Sklavenschiff (WEST INDIES von Med Hondo, 15.6.) und das Kino als Doppelagent in einem Kalten Krieg, der die Welt verrückt gemacht hat (SADY SKORPIONA von Oleg Kowalow, 14.6.).

Mit Unterstützung des Goethe-Instituts Yaounde.

Filme aus unserem Archiv:

LADONI
(Artur Aristakisjan, UdSSR 1990, 13.6.)
In Kischinjow gibt es einen Bettler, der den ganzen Tag lang durch die Straßen läuft und laut vernehmbar zu seinem ungeborenen Sohn spricht. Die Menschen hören ihm zu. Vor zwanzig Jahren sollte das Kind geboren werden, doch seine Braut hat es abgetrieben. [...] Ich habe den Film zwischen 1986 und 1990 gedreht und für ihn monatelang die Bettler begleitet. Sie waren bereit, sich vor der Kamera zu entblößen. Einer sagte mir sogar, dass er bereit sei, sich vor der Kamera zu töten, damit ich seinen Tod filmen könne.

SADY SKORPIONA (The Scorpions's Gardens, Oleg Kovalov, UdSSR 1991, 14.6.)
Aus den Fragmenten von Spionagefilmen, aus medizinischen, musi­kalischen, propagandistischen Streifen versuchten wir, eine surrealistische Phantasie über das sowjetische Tauwetter der 50er Jahre zu machen.

LE FRANC (Djibril Diop Mambety, Senegal 1994, 15.6.)   
Wovon träumt ein Musiker, der Sorgen hat, wenn nicht von seinem Instrument? Marigo träumt von seiner Congoma, die die boshafte Vermieterin aufgrund ausgebliebener Mietzah- lungen konfisziert hat. Dabei ist die Congoma sein ganzes Leben.

MABABANGONG BANGUNGOT (Der parfürmierte Alptraum, Kidlat Tahimik, Philippinen 1977, 15.6.)
Weit hinten bei den Amok-Bergen, in dem Dorf Balian, wohnt Kidlat Tahimik und träumt von der fernen großen Welt. Nur eine alte steinerne Brücke verbindet Kidlats Dorf aus Bambushütten mit der Zivilisation, aber er ist stolz und zuversichtlich: "Ich wähle mein Fahrzeug und kann jede Brücke überqueren." Und so probt er den Aufbruch, erst mit Spielzeug-Autos wechselnder Größe, dann mit seinem bunt bemalten "Jeepney", einem umgebauten amerikanischen Militärfahrzeug, mit dem Kidlat Tahimik Menschen und Waren transportiert.

WEST INDIES (Med Hondo, Frankreich 1979, 15.6.) erzählt von einer Insel im karibischen Meer, von der Geschichte des Volks der Antillen. Gestern noch herrschte die Sklaverei: die kräftigsten Männer und Frauen werden zu Millionen dem afrikanischen Kontinent entrissen; zwangsweise werden sie auf Sklavenschiffe verfrachtet und auf öffentlichen Plätzen verkauft.

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