DAS SCHLAFENDE MÄDCHEN (D 2011) von Rainer Kirberg. Düsseldorf, frühe 1970er Jahre. Der introvertierte Beuys-Schüler Hans (Jakob Diehl) lernt Ruth (Natalie Krane) kennen, eine jugendliche Streunerin, die in einem Stadtpark lebt. Fasziniert von ihr, macht er Ruth zum Motiv seiner Videoarbeit. Ruth wächst schnell in die Künstlerszene um Hans hinein, sie nimmt einen Job als Aktmodell an der Akademie an. Doch Hans misstraut ihrem neuen Leben, er argwöhnt, dass Ruth mit der Wandlung zum "Glamourgirl" nur vor sich selbst flieht. Eifersüchtig auf seinen besten Freund Philipp (Christoph Bach), sperrt er Ruth im Atelier ein, um – wie er glaubt – im Reagenzglas der Kunst ihr Geheimnis zu erforschen. Mit diesem Experiment geraten ihm Kunst und Leben unauflösbar durcheinander. Im Stil eines selbstreflexiven Videoexperiments, aber mit dramatischen Mitteln des narrativen Kinos, lässt DAS SCHLAFENDE MÄDCHEN eine Zeit lebendig werden, in der die ersten portablen Videosysteme unter Künstlern populär wurden und sich parallel zur aufkommenden Videokultur eine wichtige Epoche der Performance-Kunst ausformte.
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