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HELIO OITICICA wurde auf der diesjährigen Berlinale mit dem Preis der FIPRESCI-Jury sowie dem Caligari-Filmpreis ausgezeichnet. Vor dem Kinostart am 3. Oktober wird der Film im Rahmen der Caligari-Filmpreis-Tournee am 29. September im Filmmuseum in Frankfurt a.M., sowie am 30. September im Kino Arsenal zu sehen sein – jeweils in Anwesenheit des Regisseurs Cesar Oiticica Filho. Weitere Städte folgen. Parallel zum Kinostart zeigt das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main vom 28. September 2013 – 12. Januar 2014 die erste Retrospektive Hélio Oiticicas in Deutschland.

Als Bonusprogramm zeigen wir am 30. September im Arsenal die Super8-Fragmente von Hélio Oiticica. César Oiticica Filho und das Projeto Hélio Oiticica in Rio de Janeiro haben die New Yorker Super8-Fragmente (1971-74) von Hélio Oiticica auf 35 mm umkopiert, darunter BRASIL JORGE, NEYRÓTIKA und der Film AGRIPINA É ROMA-MANHATTAN. In Europa werden die neuen Kopien durch das Arsenal vertrieben und wir freuen uns, sie im Anschluss an die Premiere als Weltpremiere zu präsentieren. Max Jorge Hinderer Cruz wird eine Einführung halten.

HELIO OITICICA (Brasilien 2012) von Cesar Oiticica Filho. Hélio Oiticica (1937–1980) war einer der bedeutendsten brasilianischen Künstler des 20. Jahrhunderts. In seinem Found-Footage-Dokumentarfilm verzichtet der Filmemacher und Neffe des Künstlers Cesar Oiticica Filho auf Kommentar und Interviews und lässt stattdessen in Film- und Tonarchivaufnahmen seinen Onkel selbst zu Wort kommen. Aus diesen Zeugnissen erfahren wir so etwas über Oiticicas künstlerische Entwicklung sowie seine umfassenden politischen und ästhetischen Interessen: über seine modernistischen Gemälde und Skulpturen der 60er Jahre, die Quasi-cinemas und Dia-Environments der 70er Jahre, über die Favelas und das urbane Leben von Rio, New York und London, über Samba-Schulen und die Tropicália-Bewegung, die von Oiticica losgetreten wurde. Die rhythmisch montierten Bilder illustrieren nicht nur die Erzählungen des Künstlers nicht einfach nur, sondern stellen sie in neue Zusammenhänge und gehen weit über sie hinaus. Entstanden ist so das gewagte und komplexe Porträt eines Künstlers, bei dem Arbeit und Leben (Homosexualität und Drogen eingeschlossen) einander bedingen und verwandeln. (Marc Siegel, Forumskatalog)

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