Vom 27.-30. November zeigen wir drei weitere Filme, in denen wir die wilde Pre-Code-Zeit feiern! Mitte 1934 führten die Hollywood-Studios den Hays-Code ein, eine weitreichende Selbstzensur, die vor allem moralisches Verhalten reglementierte. In den Jahren zuvor konnten Themen wie Sex, Drogen, Verbrechen und Alkohol relativ frei behandelt werden. Dazu kamen eine Realitätsnähe und eine oft rohe, ungeschliffene Vitalität, die sich von der glatten Perfektion des späteren klassischen Hollywood absetzte. Frauen waren unabhängig und selbstbewusst und wie ihre männlichen Gegenparts dem Leben pragmatisch und illusionslos zugewandt.
QUEEN CHRISTINA (Rouben Mamoulian, USA 1933, 27. & 29.11.) Greta Garbo als Königin Christina von Schweden in einer freien Kombination von Fakten und Fiktion: Christina kleidet sich als Mann, ist ihrer Hofdame Ebba zugetan und verliebt sich unerkannt in den spanischen Botschafter, mit dem sie eine leidenschaftliche Liebesnacht verbringt.
TAXI! (Roy del Ruth, USA 1932, 28. & 30.11.) gehört zu den vielen rasanten, in der Großstadt spielenden Filme, die bei Warner in den frühen 30er Jahren in atemberaubender Geschwindigkeit gedreht wurden. James Cagney verkörpert einen New Yorker Taxifahrer, der gegen ein Taxiunternehmer-Konsortium vorgeht und sich in die Tochter (Loretta Young) eines der in diesem Kampf aufgeriebenen Fahrer verliebt. Ein Höhepunkt ist die Szene, in der James Cagney als irischer Spross der Lower East Side mit Jiddisch-Kenntnissen glänzt.
ONE WAY PASSAGE (Tay Garnett, USA 1932, 28. & 30.11.) brachte nach dem Erfolg von Jewel Robbery Kay Francis und William Powell erneut als Liebespaar zusammen. Die beiden treffen sich auf einem Schiff von Hongkong nach San Francisco und verlieben sich sofort. Was sie nicht voneinander wissen: Sie ist todkrank, und er auf dem Weg ins Gefängnis. Dennoch erlauben sie sich keine Sentimentalitäten, sondern sind getrieben vom Wunsch, das Leben auszukosten. Eine höchst vergnügliche und elegante Geschichte, bei der ein Polizist, eine falsche Komtess (Aline MacMahon) und ein Gauner die Nebenhandlung bilden. (al)

