Auf Griechisch bedeutet das Wort Autopsie "mit eigenen Augen sehen". Dieses von Annika Larsson am 19.10. präsentierte Filmprogramm ist drei Arbeiten gewidmet, die uns am Akt des Sehens beteiligen, Filme, die uns dazu bringen, ihre Zeugen zu sein. Angesiedelt zwischen Dokument, Fiktion, Experiment und Porträt widersetzen sie sich gängigen Kategorien wie authentisch oder falsch, wahr oder konstruiert. Das Programm beginnt mit Peter Weiss' und Hans Nordenströms einst zensiertem politischen Dokument über ein Jugendgefängnis im schwedischen Uppsala von 1957, gefolgt von Yoko Onos einminütigem, verlangsamten EYE BLINK (1966), und endet mit Shirley Clarkes PORTRAIT OF JASON (1966), den Clarke beschrieb als "zwei Stunden reale Zeit, keine Filmzeit".
Vaginal Davis präsentiert Rising Stars, Falling Stars – We Must Have Music! Eight year anniversary
Seit 2008 lädt Filmexpertin Vaginal Davis allmonatlich zu Filmabenden ein. Die Jahrestage widmet sie der Schauspielerin Louise Brooks, diesmal am 25.10. in TAGEBUCH EINER VERLORENEN (G.W. Pabst, D 1929). Thymian übt eine besondere Anziehung auf Männer aus und wird schwanger. Vom Vater verstoßen, des Kindes beraubt und im Heim gequält, landet sie im Bordell. "Und Louise Brooks", so das Berliner Tageblatt, "geht in stummer Schönheit, erschrocken, trotzig, wartend, verwundert durch den Film, als das Mädchen, dem dies passiert."
Filmspotting: Erkundungen im Filmarchiv der Deutschen Kinemathek