Manuel von Stürlers HIVER NOMADE, der im diesjährigen Forum uraufgeführt wurde, hat beim Festival Visions du Réel in Nyon den mit 15.000 Schweizer Franken dotierten Preis für den 'besten Schweizer Film aller Sektionen' erhalten. Die internationale Jury verwies auf die bestechende Handschrift des Regisseurs, der es verstehe das filmische Potential der zwei Protagonisten und ihrer unglaublichen Verbindung zueinander zu nutzen. Diese zeitgenössischen Nomaden erlebten ein aussergewöhnliches Abenteuer, das dennoch tief in unserer Gegenwart verwurzelt sei. Der Regisseur erschaffe in seinem ersten langen Dokumentarfilm eine Magie der Einfachheit durch die Kraft der Kameraführung, die Feinheit des Schnitts sowie durch den Einsatz der Musik.
The Archers: Filme von Michael Powell & Emeric Pressburger
Auf Vorschlag von Entuziazm sichten wir am 17. April um 19 Uhr den Film SHIWJOT TAKOJ PAREN (Es lebt so ein Junge, Wassilij Schukschin, UdSSR 1964). Der Film wurde im Jahr 1978 im Programm des Internationalen Forum des Jungen Films neben drei weiteren Filmen Schukschins gezeigt. Bei der Mostra in Venedig wurde er 1964 dafür mit einem Goldenen Löwen ausgezeichnet.
Erinnerung und Zukunft-Preis für "Revision"
Beim Filmfestival goEast in Wiesbaden ist REVISION von Philip Scheffner mit dem Dokumentarfilmpreis "Erinnerung und Zukunft" der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft ausgezeichnet worden. REVISION, der im diesjährigen Forum zu sehen war, ist eine filmische Spurensuche: 1992 werden zwei Menschen auf einem Feld nahe der deutsch-polnischen Grenze erschossen. Die Umstände, die zum Tod von Grigore Velcu und Eudache Calderar führten, wurden bis heute nicht aufgeklärt. Offiziell handelte es sich um einen Jagdunfall, eine tragische Verwechslung mit Wildschweinen. Zu einer Verurteilung der Jäger kam es nie, der sich über Jahre schleppende Prozess, in dem entscheidende Fragen nicht verfolgt wurden, endete mit einem Freispruch. Knapp 20 Jahre später sucht Philip Schaffner die Angehörigen der Getöteten in Rumänien auf und lässt sie die Aussagen machen, die nie gehört wurden. Wie allen anderen Zeugen und Sachkundigen, die er erneut befragt, gibt er ihnen die Möglichkeit, ihre Statements anzuhören und zu überdenken – anders als die gängige Praxis, die einmal gemachte Aussagen zum Fakt erhebt. So unterwirft Scheffner nicht nur den Fall einer filmischen Revision, sondern auch das eigene Medium. Mit sorgsamer Handhabe von Material und Zeugnissen und zunehmend beklemmender Dichte webt er ein Netz aus Landschaft, Erinnerung, Akten und "deutschen Zuständen".
In unserer Reihe Filmmakers’ Choice präsentiert die Künstlerin Eléonore de Montesquiou am 23. April Filme, die nach den Beweggründen für das Filmemachen fragen. Warum verwenden wir eine Kamera? Ist man Forscher im sozialen Raum, so wie es Robert Flaherty Joris Ivens vorschlug? In CINEMAFIA diskutieren Jean Rouch, Joris Ivens und Henri Storck darüber. Weitere Filme, die diese Fragen aufgreifen, sind PAM KUSO KAR von Jean Rouch über Rituale in Niger und PAS TOUT von Isabelle Prim und Ludovic Burel, ein "Familienfilm" in einer verlassenen Fabrik. 1968 bis 1970 bedienten sich die Medvedkin-Gruppen Strategien, um politische Erfahrungen filmisch aufzubereiten. LES TROIS QUARTS DE LA VIE wurde von jungen Arbeitern in der Peugeot-Fabrik gedreht, unterstützt von Chris Marker und Bruno Muel. (Eléonore de Montesquiou)
Vaginal Davis' neue Reihe: Rising Stars, Falling Stars – We Must Have Music!
Magical History Tour: Von Schattenwesen, Geistern und Doppelgängern
Camp/Anti-Camp: Tropicamp & Jack Smith, Tropicana, Kuchar & Warhol