In einer neuen Reihe präsentieren FilmemacherInnen, deren Arbeiten wir verleihen, alte und neue Filme von KollegInnen. Am 9. Januar setzt Karø Goldt diese Reihe mit Filmen fort, die dem Hören gewidmet sind. Stumme Filme wie BARN RUSHES von Larry Gottheim, TAILS von Paul Sharits, welche durch ihre Bildsprache Ton suggerieren sowie EAUX D'ARTIFICE von Kenneth Anger und ALL MY LIFE von Bruce Baillie, welche die Musik zeigen. Das besondere hierbei ist die hörbare Aufmerksamkeit des Publikums durch die Stille im Kino, wenn ein tonloser Film gezeigt wird. Zu Klassikern der 16 mm-Filmkunst zeigt Goldt eigene Videos. "Some benefits of listening are presented: as are side effects, which reflect qualities often thought of as being among the most desirable human qualities … If we want to participate, to be connected, we must learn as a priority to listen once again. We need to rediscover The Lost Art of Listening". (R. Glanville)
Kinostart: "Utopians"
Mit UTOPIANS von Zbigniew Bzymek bringt arsenal distribution ab dem 5. Januar einen weiteren Film aus dem Forum 2011 in die Kinos. Er erzählt von drei Menschen, die sich am Rand bewegen, der Gesellschaft, der Beherrschung der Kräfte, des Zusammenbruchs. Roger arbeitet als Yoga-Lehrer. Das Verhältnis zu seiner frisch aus dem Militärdienst ausgeschiedenen Tochter Zoe wird durch deren Liebe zu Maya belastet, einer jungen Frau, der Schizophrenie attestiert wurde. Rogers wiederholtes Zuspätkommen und ein mitgebrachter herrenloser Hund sorgen für Spannungen mit den Teilnehmern seiner Yoga-Klasse. Auch ein Renovierungsauftrag, den Roger, Zoe und Maya in einem bürgerlichen Haus übernehmen, verläuft alles andere als plangemäß und spannungsfrei. Die von Roger problematisierten unterschiedlichen Realitäten, für die Mayas Schizophrenie metaphorisch steht, holen ihn in der Yoga-Klasse ein, wenn sein Glaube "we can make our own time" ebenso schnell an seine Grenzen stößt, wie das "feel united with the world around you" mit der sozialen Realität kollidiert. Fernab vom Sozialdrama hat Zbigniew Bzymek in seinem Spielfilmdebüt eine Form gefunden: Entdramatisiert und nicht linear bildet sich aus teils durch Schwarzblenden separierte Szenen die Skizze einer Geschichte. Mit einer eigentümlich schwebenden Atmosphäre und einer der nachhaltigsten Gitarrenimprovisationen seit "Dead Man".