Der populärwissenschaftliche Aufklärungsfilm DIE GESCHLECHTSKRANKHEITEN UND IHRE FOLGEN (D 1919/20) war das Erstlingswerk der Abteilung Medizinisches Filmarchiv der Ufa-Kulturfilmabteilung. Der Film informiert über Syphilis und Tripper, wurde als "wissenschaftlicher" Film propagiert und sollte jedem Abiturienten vor Schulabgang gezeigt werden. Mit zum Teil abschreckenden Bildern, die heute noch Betroffenheit auslösen, wollte man die Zuschauer auf die Folgen und die Heilbarkeit der Erkrankungen aufmerksam machen.
Vaginal Davis präsentiert Rising Stars, Falling Stars
Magical History Tour – Körperbilder
AFRIKAMERA 2011: African Filmfestivals – Beyond Present and Future
Kinostart "Submarine"
Mit SUBMARINE von Richard Ayoade startet am 17.11. ein weiterer Film aus dem Programm des diesjährigen Forums in ausgewählten Kinos. Oliver Tate, der Held des Films, ist ein überzeugend durchgeknallter Teenager. Er lebt mit seinen Eltern in der beige-braunen walisischen Provinz – und spinnt. Seine Spinnereien um Jordana, seine erste Liebe, die im Klassenzimmer schräg hinter ihm sitzt, sind einerseits so unglaublich und todessüchtig, wie es nur die erste Liebe sein kann. Als Kind seiner Zeit ist sich Oliver andererseits halb bewusst, dass seine Gefühle vielleicht nur ein Wiederaufguss der Liebesbeziehung seiner Eltern sind. Oder der ersten Liebe seiner Mutter zu dem Esoteriker-Freak und Immer-noch-Nachbarn Graham? Oder ist seine Liebe zu Jordana doch dieses unkopierbar-ozeanische Gefühl, das ihn zuweilen eins werden lässt mit den Sonnenuntergängen am Strand – während all die berufstätigen Erwachsenen um ihn herum die echten Spinner sind? (Dorothee Wenner)
Am 15. November ist es wieder soweit: In der monatlich stattfindenden öffentlichen Sichtung des Living Archive Projekts sind drei Filme aus dem Archiv des Arsenal zu sehen: LA VERIFICA INCERTA von Alberto Grifi und Gianfranco Baruchello (Italien 1965, 31') sowie WERNER HERZOG EATS HIS SHOE (USA 1980, 26') und GARLIC IS AS GOOD AS TEN MOTHERS (USA 1979/1980, 58') von Les Blank. Letztere sind Gegenstand der kinoarchäologischen Forschung von Sabine Nessel, während der Found-Footage-Film LA VERIFICA INCERTA im Rahmen des Projekts von Harun Farocki diskutiert wird. Die beiden Regisseure setzen stereotype Sequenzen bekannter Filme zu einer komischen Filmcollage zusammen und entwerfen dabei eine ironisch-kritische Dekonstruktion des Hollywoodkinos. Den Titel von WERNER HERZOG EATS HIS SHOE kann man durchaus wörtlich nehmen: Aufgrund einer verlorenen Wette isst Werner Herzog seinen Schuh, den er zuvor fünf Stunden in einer Sauce aus Knoblauch und Rosmarin gekocht hatte – was das Leder zwar nicht weich machte, ihm aber einen wunderbaren Geruch verlieh. GARLIC IS AS GOOD AS TEN MOTHERS feiert den Knoblauch in all seinen Erscheinungsformen. "Der Film ist absolut obszön in seiner Besessenheit, mit der er das Anpflanzen und Ernten von Knoblauch verfolgt, das Vorbereiten, Kochen und Essen von Knoblauchgerichten – alles, von ganzen Spanferkeln über Knoblauch-Suppe bis zu einer Krebs-Sauce, die neben haufenweise Knoblauch ganze Tassen Chili-Pulver und Cayenne enthält." (Rob Baker)
Die Amateure: Große Gesten, Mord und Musik. In einer neuen Reihe präsentieren FilmemacherInnen, deren Arbeiten wir verleihen, alte und neue Filme von KollegInnen. Am 21.11. machen Eva Heldmann und Sabine Schöbel den Anfang: "Die großen Gefühle und Gesten in Hollywood und (Musik-)Theater und deren anarchische Einverleibung im Experimentalfilm sind unser Thema. In DER BRÄUTIGAM, DIE KOMÖDIANTIN UND DER ZUHÄLTER (BRD 1968) dokumentieren Straub/Huillet eine Aufführung des Münchner Antiteaters. Gegen Fassbinders libertäre Entzauberung setzen sie eine Eloge auf die Liebe. HEINRICH (Sabine Schöbel, D 2011) betrachtet sezierend den singenden Helden. In 1933 (Joyce Wieland, USA 1967) probt eine New Yorker Straße zehnmal den gleichen Auftritt. Über NEURASIA (Werner Schroeter, BRD 1968) schreibt Frieda Grafe: "Idol, Anbetung, Star, Mythos, Ekstase. Es geht nur noch um letzten Sinn, um höchste Bedeutung." BACK TO NATURE (George Kuchar, USA 1967) ist eine ungenierte Hommage an Hollywood.