Das Programm für den 8. September steht fest: Wir sichten (endlich!) um 19.30 Uhr den Film COME BACK, AFRICA von Lionel Rogosin (USA 1958, 84 min). Um 21.30 Uhr geht es weiter mit Filmen von Riki Kalbe: HEXENSCHUSS (1979, 16mm, 29 min), DIE OPTISCHE INDUSTRIEGESELLSCHAFT ODER DARF'S EIN VIERTELPFUND MEHR SEIN? (1983, 16mm, 45 min) sowie weiteren Arbeiten der Berliner Filmemacherin. Die Veranstaltungsreihe "Öffentliche Sichtung" steht im Zusammenhang mit dem Anfang Juni 2011 begonnenen Projekt Living Archive. Einmal im Monat wählen die TeilnehmerInnen des Projektes für dieses Programm Filme aus. Neben den Sichtungen am Schneidetisch bietet die öffentliche Sichtung einen Rahmen zum Austausch über zumeist selten vorgeführte Kopien. Die in dieser Reihe gezeigten Filme geben Einblicke in die Diversität des Projektes und nicht zuletzt in das Arsenal-Filmarchiv selbst.
Ulrike Ottinger
Magical History Tour – Stimme, Sprache, Sprechen im Film
Avi Mograbi, derzeit Stipendiat des Berliner Künstlerprogramms des DAAD und Teilnehmer des Living Archive-Projekts, lädt am 10.9. ein zu einer Sichtung der besonderen Art: Die Veranstaltung "A Night at the Archive" findet in unserem Spandauer Außenlager statt. Durch kollektive Auswahlprozesse werden Filme aus dem Regal gezogen und – je nach Wetterlage drinnen oder draußen – Rolle für Rolle gemeinsam gesichtet. Hintergrundinformationen werden vor Ort gesammelt und verbreitet, für das leibliche Wohl ist gesorgt.
Telenovelic Drama and the Nudity of Words
Am 17.9. zeigen wir bei UnionDocs in Williamsburg/New York ein Programm mit dem Titel "Telenovelic Drama and the Nudity of Words": drei alte und neue Forum-Expanded-Beiträge, in denen es um den Raum geht, den zwei, drei oder mehr Liebende um sich herum abstecken (und ums Älterwerden): SOY MI MADRE (Phil Collins, 2008), DER SPIEGEL (Keren Cytter, 2006) und CET HOMME (Markus Ruff, 2011). Markus Ruff wird zur Vorführung anwesend sein.
Kinostart "Putty Hill"
Mit PUTTY HILL von Matt Porterfield bringt arsenal distribution ab dem 29. September einen Film aus dem Forum 2010 in die Kinos. Der Film, der im Forum uraufgeführt wurde und in der Folge erfolgreich auf zahlreichen internationalen Filmfestivals lief, erzählt vom sozialen Umfeld des jungen Cory, der an einer Überdosis Heroin starb. Am Tag vor seiner Beerdigung versammeln sich seine Familie und Freunde, deren Leben schon weitergehen, obwohl ihnen noch die Verletzbarkeit, die ein so plötzlicher Tod auslöst, ins Gesicht geschrieben steht. Mit einem fast dokumentarischen Gestus der Beobachtung fängt der Film gleichzeitig eine Stimmung und ein Milieu ein. Teenager, die seltsam erschöpft wirken von den Zumutungen des Erwachsenwerdens, denen ein bisschen Zivilisationsgrün am Fluss oder die Skateboardanlage den einzigen Freiraum bieten; Erwachsene, die das Leben nicht nur mit Tattoos gezeichnet hat. Mit großer Behutsamkeit bringt der Film die Orte und Protagonisten zum Sprechen.