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Unknown Pleasures #13

Filmstill aus ACTUAL PEOPLE. Drei junge Menschen sitzen auf einem Sofa und schauen in unterschiedliche Richtungen. Im Vordergrund ist unscharf eine Zimmerpflanze zu sehen.

Was geschieht hinter den Mauern einer High School? Ist man mit einem College-Abschluss erwachsen? Und welche Bilder entstehen, wenn man auf seine Kindheit zurückblickt? Unknown Pleasures #13 zeigt eine Auswahl aktueller amerikanischer Independent-Filme, in denen es immer wieder um das Erwachsenwerden in schwierigen Zeiten geht. Ricky D’Ambrose schildert in seinem autobiografischen THE CATHEDRAL das Doppelporträt einer Kindheit und eines Landes in der Krise. Ist der College-Abschluss wirklich eine Zäsur, die ein erfolgreiches Leben verspricht, fragt sich Kit Zauhar in ihrem Debüt ACTUAL PEOPLE? Um das Innenleben einer High School geht es dagegen in Frédéric Das TEENAGE EMOTIONS, einem Film, den er zusammen mit seinen Schüler*innen in den Schulpausen drehte. Auch der Eröffnungsfilm, die wunderschöne Wiederentdeckung ALMA’S RAINBOW (1994), stellt eine junge Schwarze Frau vor die Frage, wie und zu wessen Bedingungen sie erwachsen werden möchte. In den vergangenen zehn Jahren gab es in den USA zahlreiche Initiativen, die in Vergessenheit geratene Filme wieder verfügbar machten. ALMA’S RAINBOW, inszeniert von Ayoka Chenzira, deren Mentorin Kathleen Collins (Losing Ground) war, steht stellvertretend für diese so wichtigen Bemühungen.

Eine der eindrücklichsten Wiederentdeckungen der vergangenen Jahre stellt das Werk von Michael Roemer dar. Dem am 1. Januar 1928 in eine jüdische Familie in Berlin geborenen Roemer gelang 1939 mit einem Kindertransport die Flucht nach London. Einige Jahre später zog er in die USA und studierte in Harvard, wo er, nachdem ihm als jüdisches Kind in Berlin der Kinobesuch verboten war, ein großes Filminteresse entwickelte. Sein gemeinsam mit seinem Produzenten und Kameramann Robert M. Young realisierter Debütfilm NOTHING BUT A MAN (1964) über einen Schwarzen Eisenbahnarbeiter und den Rassismus, mit dem er und seine Frau sich konfrontiert sehen, ist eine Pionierleistung. In den darauffolgenden Jahren drehte Roemer vier weitere Langfilme, die teils mit großem Erfolg im Fernsehen zu sehen waren (DYING, 1976), teils jedoch nach ihrer Premiere schnell wieder in Vergessenheit gerieten (PILGRIM, FAREWELL, 1982). Mit THE PLOT AGAINST HARRY (1969) und VENGEANCE IS MINE (1984) drehte er schließlich zwei weitere herausragende Filme, eine jüdische Gangster-Komödie und einen New York-Film at its best, respektive ein Familiendrama mit Brooke Adams in der Hauptrolle. Diese im Rahmen von UP#13 präsentierte Retrospektive zeigt alle Langfilme von Michael Roemer – zum ersten Mal ist dieses außergewöhnliche Werk in seiner Geburtsstadt zu sehen. (Hannes Brühwiler)

Für das Zustandekommen der Michael-Roemer-Retrospektive danken wir Jake Perlin herzlich.

Für die Unterstützung bedanken wir uns bei der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika.

vergangene Vorführungen

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