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Formen des Realen – 
Filme von Claire Simon

Filmstill aus NOTRE CORPS: Eine Mutter mit ihrem neugeborenen Baby im Krankenhausbett.

Die französische Filmemacherin Claire Simon dreht seit über 40 Jahren Filme. Sie hat Anthropologie studiert und kam als Autodidaktin über die Montage zur Regie. Die Kamera führt sie stets selbst, auch für das Drehbuch zeichnet sie verantwortlich. Sie macht sowohl Dokumentar- als auch Spielfilme. Aus all ihren Arbeiten spricht ein aufmerksames Interesse für die Welt und die Gesellschaft, sie erforschen jeweils verschiedene Aspekte der Realität, mit Mitteln des Dokumentarischen und der Fiktion gleichermaßen. Claire Simon spürt das Romanhafte im realen Leben auf und lässt Reales in ihre Spielfilme einfließen. Dass wir es stets mit einer vermittelten Realität zu tun haben, markiert sie häufig durch den Einsatz von Musik. Vom dokumentarischen Ansatz herkommend, hat sie eine Ästhetik entwickelt, die die Erzählweisen beider Genres kombiniert. Ihr Fokus liegt immer wieder auf dem sozialen Mikrokosmos Schule, dem Körper und dem Selbstbestimmungsrecht von Frauen, der Topografie von Paris und insbesondere den Menschen, die sich dort aufhalten. Eine kleine dokumentarische Szene durch sorgfältige Beobachtung in etwas Großes zu verwandeln, ist eine von Simons Qualitäten. Sie sagt: „Ich habe oft Dinge gefilmt, die sozusagen vor meiner Haustür lagen, weil ich davon überzeugt bin, dass wir im Grunde die ganze Welt vor unserer Haustür entdecken können, wenn wir nur neugierig und aufmerksam genug sind.“

Bei der diesjährigen Berlinale hat Claire Simon mit ihrem aktuellen Dokumentarfilm NOTRE CORPS (2023) Furore gemacht. Auch mit MIMI (2003) und PREMIÈRES SOLITUDES (2018) war sie schon beim Forum zu Gast. Ihr seit Anfang der 80er Jahre entstandenes umfangreiches Œuvre ist hierzulande jedoch kaum bekannt, keiner ihrer Filme kam regulär in die Kinos. Vor diesem Hintergrund würdigt das Arsenal Claire Simon mit einer umfassenden Werkschau, die eine Auswahl von zwölf Filmen präsentiert.

Wir freuen uns sehr, dass Claire Simon am Eröffnungswochenende vom 16. bis 18. Juni zu Gast sein wird, u.a. zur Berliner Erstaufführung von VOUS NE DÉSIREZ QUE MOI (I Want to Talk About Duras, F 2021). (Birgit Kohler)

Eine Veranstaltung mit freundlicher Unterstützung von Institut français und Air France.

vergangene Vorführungen

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