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Zwischen Komödie und Tragödie – 
Die Filme von Noémie Lvovsky

Filmstill aus OUBLIE-MOI (Vergiss mich) von Noémie Lvovsky

Noémie Lvovsky (*1964) hat sich einen Namen als Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin gemacht. Mit ihrem vielseitigen Talent ist sie seit 30 Jahren eine prägende Figur des französischen Gegenwartskinos – sie schreibt Drehbücher für ihre eigenen Filme und die Filme anderer (u.a. von Valeria Bruni Tedeschi, Arnaud Desplechin und Philippe Garrel), tritt als Schauspielerin in Nebenrollen auf (z.B. bei Bertrand Bonello und Alain Guiraudie) und führt nicht zuletzt selbst Regie. Mit der Handschrift einer Autorin macht sie populäres Kino, das sich nicht auf E(rnst) oder U(nterhaltung) festlegen lässt. Vielmehr changieren ihre Filme zwischen Komödie und Tragödie, mit einer gewissen Nähe zum Boulevard und zum Theater – es wird ausdrücklich gespielt. Naturalismus ist ihre Sache nicht, wie der hyperreale, intensive Einsatz von Farben bei Kostümen und Dekor unterstreicht. Dank ihres sicheren Gespürs für tragikomische Effekte und virtuose Wechsel von Tonlagen und Stimmungen sind Lvovskys Filme zugleich fröhlich und melancholisch, komisch und tragisch, albern und subtil, verspielt und nachdenklich. Der Stellenwert der Musik in ihrem gesamten Werk ist groß, häufig inszeniert sie ausgelassene Tanzszenen. Ebenso wiederkehrende Motive sind das Interesse für den Übergang von der Adoleszenz zum Erwachsensein und das Thema Familie, insbesondere Mutter-Tochter-Beziehungen. Auf beeindruckende Weise gelingt es ihr dabei, den Erfahrungshorizont von Frauen und Mädchen auszuloten. Die persönliche, um nicht zu sagen autobiografische Note der Filme ist unverkennbar, ohne ausgestellt zu werden.

Das Arsenal zeigt im Rahmen der Französischen Filmwoche, die den aktuellen Film La grande magie als Berliner Premiere präsentiert, eine Werkschau der früheren Arbeiten von Noémie Lvovsky, vom fulminanten Debüt OUBLIE-MOI (Vergiss mich, F 1994), das nach einem Drehbuchstudium an der Pariser Filmhochschule La Fémis entstand, bis zu ihrem persönlichen Film DEMAIN ET TOUS LES AUTRES JOURS (Tomorrow and Thereafter, F 2017), in dem sie nach CAMILLE REDOUBLE (Camille Rewinds, F 2012) erneut als Regisseurin, Koautorin und Hauptdarstellerin fungiert. Noémie Lvovsky wird am 26.11. im Arsenal zu Gast sein. (Birgit Kohler)

Eine Veranstaltung mit freundlicher Unterstützung des Institut français.

vergangene Vorführungen

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