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Geographies of Solitude

Kinostart 20.10.2022, Caligari-Filmpreis 2022
Filmstill aus „Geographies of Solitude“ von Jacquelyn Mills. In einer Dünenlandschaft in der Sonne läuft eine Frau. Sie trägt eine dunkelrote Windjacke, einen Rucksack und einen Fischerhut.
© Jacquelyn Mills
  • Regie

    Jacquelyn Mills

  • Kanada / 2022
    103 Min. / DCP / OmU

  • Originalsprache

    Englisch

Zwei Frauen auf einer einsamen Insel vor der Küste Nova Scotias: Sable Island. Die Naturschützerin Zoe Lucas kam als Kunststudentin in den 1970ern das erste Mal dorthin und lebt nun seit Jahrzehnten überwiegend alleine auf der Insel. Die Regisseurin Jacquelyn Mills filmt sie bei ihren alltäglichen Beobachtungen von Flora und Fauna. Ihre Studien zu der Population verwilderter Pferde, für die die Insel bekannt ist, und allgemein zur Biodiversität auf Sable Island haben die autodidaktische Wissenschaftlerin zu einer geschätzten Expertin gemacht. Auch das Sammeln erschreckender Mengen Plastikmülls gehört hier zum Alltag. Mills filmt auf 16 mm, und das Material verleiht der kargen Landschaft besondere Schönheit. Wissenschaft und Kunst verschmelzen in den Aktivitäten der beiden Frauen und bereichern sich gegenseitig. Die Bewegungen von Käfern werden in Musik verwandelt. Pferdemist liefert Lucas interessante Daten. Mills experimentiert mit ihm, mit Algen und anderen Pflanzen in der Filmbelichtung und -entwicklung. Wenn die letzte Filmrolle angebrochen wird, enden nicht nur die Dreharbeiten, sondern auch eine besondere Begegnung zweier Menschen. Das stimmt fast melancholisch. (Anna Hoffmann)

Jacquelyn Mills, geboren 1984 in Sydney (Nova Scotia, Kanada), studierte Film und arbeitet als Regisseurin, Kamerafrau, Editorin und Sounddesignerin. Nach dem mittellangen Film In the Waves (2017) ist Geographies of Solitude ihr Langfilmdebüt.

Auf der Homepage von Discover Halifax findet man elf interessante Fakten zu Sable Island. Zum Beispiel ist noch immer ungeklärt, wie die rund 500 Wildpferde auf das 42 Kilometer langen Eiland kamen. Weitere Informationen zum Natinalpark findet man auf der Homepage des Sable Island National Park Reserve.

Festivals & Auszeichnungen 2022

  • Berlinale Forum - Caligari-Filmpreis & CICAE Art Cinema Award & Preis der Ökumenischen Jury
  • Hot Docs, Toronto, Kanada - Bester Kanadischer Feature Film & Earl A. Glick Preis für die beste aufstrebende Regiesseurin
  • Jeonju International Film Festival, South Korea - Großer Jurypreis im Int. Wettbewerb
  • Las Palmas de Gran Canaria International Film Festival, Spain - CIMA Auszeichnung für den besten Film
  • Vilnius Film Festival, Lithuania
  • Art of the Real, New York, USA

Begründung der Jury des CICAE Awards, Berlinale 2022: "Sein expressionistischer Stil macht diesen Film zu einem wahrhaft intensiven Erlebnis, das uns auf eine poetische Naturreise durch die Landschaft und ihre Artenvielfalt mitnimmt, indem es eine intime Beziehung zwischen dem Protagonisten, dem Regisseur und dem Publikum herstellt. Wir sind wirklich der Meinung, dass dieser Film in der ganzen Welt gesehen werden muss, und wir hoffen, dass dieser Preis dazu beitragen wird."

Begründung der Ökumenischen Jury, Berlinale 2022: "Mills zeigt die Natur auf dieser entlegenen Insel als einen Ort der Stille und des fortwährenden Werdens und Vergehens des Lebens. Die Entdeckung, dass Lucas im Zuge ihrer Arbeit die gewaltigen Mengen Plastikmülls im Nordatlantik dokumentiert, ist ein Schockmoment für die Filmemacherin und das Publikum und erzeugt so ein Bewusstsein für dieses dramatische ökologische Problem."

Pressestimmen (Auswahl)

"GEOGRAPHIES OF SOLITUDE ist eine die Zeit vergessen machende und immersive Erfahrung, wie es sie selten als Bewegtbild zu sehen gibt. Es kratz, knackt, knirscht, gluckst, tropft, raschelt und rauscht in diesem Film. Filmemacherin Jacquelyn Mills erkundet Sable Island nicht nur mit ihrer 16-mm-Filmkamera, sie hört ihr zu. Mittels spezieller Mikrofone gräbt sie sich förmlich ein in diesen gefühlt lebensfeindlichen Flecken Erde, der sich erstaunlich voll von Leben zeigt." filmanzeiger.blogspot.com

"Ökologien sind Wirkungszusammenhänge. Das macht GEOGRAPHIES OF SOLITUDE auch durch die experimentelle Arbeit mit dem filmischen Material sichtbar. Mills beginnt die 16mm-Filmrollen im Mondlicht auf der Insel zu entwickeln. Algen und Pferdehaar verschmelzen mit dem Material, das sie im Dung versenkt. Mills bastelt sich Kontaktmikrofone, um die Geräusche der Käfer einzufangen und mit elektronischer Musik für den Zuschauer in eine abstrakte Sinfonie zu verwandeln. Es ist die sinnliche Ebene, die Menschen an der Kommunikation der Welt teilhaben lässt und deutlich macht, wie man in sie eingebettet ist. Daraus ergibt sich auch eine ethische Dimension der Verantwortung." filmdienst.de

Regie, Kamera, Montage: Jacquelyn Mills. Entstanden in Zusammenarbeit mit Zoe Lucas. Sound Andreas Mendritzki, Jacquelyn Mills. Colorist Eric Gaudry. Executive producers Brad Mills, Aonan Yang. Produktion Rosalie Chicoine Perreault, Jacquelyn Mills.

Gefördert durch:

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