februar 2020, kino arsenal

50. Forum

50 Jahre Berlinale Forum: Das ist ein guter Anlass, das Erreichte Revue passieren zu lassen, zu feiern und darüber nachzudenken, wie die Zukunft aussehen kann. Indem wir die Filme, die 1971 liefen, wiederaufführen, erinnern wir an den ersten Forums-Jahrgang. Einige haben längst Klassikerstatus erreicht (etwa W.R. – MISTERIJE ORGANIZMA von Dušan Makavejev), andere – wie ICH-AUSSEN-OBJEKTE von Klaus Bessau – sind fast vergessen. Es gibt keine Kopie mehr, nur ein hochempfindliches Umkehroriginal, das durch einen Projektor laufen zu lassen das Risiko der Zerstörung birgt. Film als Material, das wird beim Rückblick sichtbar, hat eine Zeitlichkeit. Nur die kontinuierliche konservatorische und archivarische Anstrengung, wie sie zu den Aufgaben von Berlinale Forum und Arsenal – Institut für Film und Videokunst gehört, beugt dem Verlust vor.

februar 2020, kino arsenal

15. Forum Expanded
 – Part of the Problem

50 Jahre Berlinale Forum und davon 15 Jahre Forum Expanded. Das neue Jahrzehnt beginnt in einer Zeit, die viel Sprachlosigkeit auslöst und umso klarere Worte braucht. Was bedeutet das für ein Programm wie Forum Expanded? Wie verändert eine solche Zeit den kuratorischen Blick? Was erwarten wir von den ausgewählten Arbeiten?

Ein Filmprogramm ist mehr als eine Summe von Einzelwerken. Es stellt Zusammenhänge her, verweist auf ein Außen. Kurzfilmprogramme und Filmausstellungen machen das durch ihr unmittelbares Nach- bzw. Nebeneinander noch erfahrbarer. Das ist nicht neu, erscheint aber wichtiger denn je. In einem Facebookpost schreibt Nanna Heidenreich zur Einzelbetrachtung von Opfergruppen rechter Gewalt: „Es geht, das ist wichtig, hier nicht um ‚Alle‘, aber es hat Struktur. Die müssen wir in den Blick nehmen.“

Die 40 ausgewählten Arbeiten widmen sich den Themen Migration, Rassismus, Sexismus, Staats-gewalt, Kapitalismus, Kolonialismus, Extraktivismus, Klimakrise, Zukunftsangst, Geschichtsverlust und mehr. Vor allem aber verweisen sie auf sich selbst als Teil eines Zusammenhangs, in dem sie entstanden sind.

februar 2020, kino arsenal

Gaumont: Seit es das Kino gibt

Die 1895 gegründete Firma Gaumont ist nicht nur das älteste Filmproduktionsunternehmen der Welt. Mit über 1.500 Filmen besitzt Gaumont auch einen der größten französischen Filmkataloge.

Anlässlich der noch bis 29. Februar im Maison de France des Institut français gastierenden Ausstellung „Gaumont: Seit es das Kino gibt“, zeigt das Arsenal vom 1. bis 20. Februar eine Auswahl von Klassikern der französischen Filmgeschichte sowie weniger bekannten Produktionen. Zwei Schwerpunkte des Programms – und des Gaumont-Katalogs – markieren Filme von Jean-Luc Godard und Maurice Pialat.

februar 2020, kino arsenal

Magical History Tour
 – Niemandsländer und Halbwelten im Film

Ein Leben im Zwielicht, im gesellschaftlichen oder sozialen Schatten, bestimmt von Unsicherheit, Auf- wie Ablehnung, Entwurzelung, Einsamkeit und Leere – das sind einige besondere Merkmale der filmischen Entwürfe vom Dasein in Niemandsländern und Halbwelten, die wir im Februar in der Magical History Tour präsentieren. Die quer durch Zeiten und Genres verlaufende Tour d’Horizon eröffnet eine weit aufgespannte Landkarte mit unterschiedlichen Universen, jedes ausgestattet mit einer eigenen ästhetischen und dramaturgischen Topografie. Verbindendes Element der Filme ist ein aus den Fugen geratenes Koordinatensystem gesellschaftlichen Zusammenlebens oder menschlicher Beziehungen, welches beim Zuschauer den Eindruck hinterlässt, dass die Grenze zwischen Zentrum und Peripherie zuweilen hauchdünn sein kann.

februar 2020, berlinale forum

O.K. im Forum-Jubiläumsprogramm

1970 spaltete der deutsche Wettbewerbsbeitrag die Berlinale: der von Michael Verhoeven inszenierte und von Rob Houwer produzierte Schwarzweißfilm O.K. Die meisten Juror*innen nahmen ihn als antiamerikanisch wahr.

Eine heftige Kontroverse entbrannte, und die Berlinale endete ohne Bären-Vergabe. Als offizieller Abschlussfilm im Jubiläumsprogramm des Berlinale Forums kehrt O.K. nun 2020 zurück nach Berlin.

kino arsenal: LaborBerlin präsentiert 
Filme von Solomon Nagler

19:30 Kino 2


perhaps/We

skin of the city

Notes on Gesture

j.

Sackville Music Hall

The Sex of Self Hatred

Fugue Nefesh

perhaps/We CDN/PL 2003 16 mm engl. OF 11 min
skin of the city CDN 2016 16 mm engl. OF 7 min
Notes on Gesture CDN 2008 16 mm stumm 5 min
j. Solomon Nagler, Alexandre Larose CDN 2009 16 mm ohne Dialog 7 min
Sackville Music Hall Solomon Nagler, Alexandre Larose CDN 2013 16 mm stumm 4 min
The Sex of Self Hatred CDN 2004 16 mm engl. OF 9 min
Fugue Nefesh CDN 2007 35 mm engl. OF 30 min

Zu Gast: Solomon Nagler
kino arsenal: Hommage an Valeska Gert

20:00 Kino 1


Der Fangschuss

Der Fangschuss Volker Schlöndorff BRD/F 1976
Mit Margarethe von Trotta, Matthias Habich, Mathieu Carrière
35 mm 96 min