februar 2021, berlinale forum

Das Forumsprogramm ist online

Das Programm von Forum und Forum Expanded, das vom 1. bis zum 5. März für Branchenvertreter*innen während des European Film Markets online und für das Berliner Publikum vom 10. bis zum 20. Juni in den Kinos zu sehen ist, ist nun online. Alle Informationen zu einzelnen Filmen des Forum-Hauptprogramms finden Sie hier und alle teilnehmende Regisseur*innen und Künstler*innen im Forum Expanded hier.

februar 2021, berlinale forum

51. Berlinale Forum: Slalomfahrten zwischen Fiktion und Dokument

Arbeit, Liebe, Freundschaft, Kino: All das gestaltet sich heute anders als vor einem Jahr. Die Sicherheiten, auf die man sich noch im Herbst 2019 verlassen konnte, sind porös geworden. In anderen Gegenden der Welt, in denen Unsicherheit ohnehin Teil des Alltags ist, mag man im Umgang damit geübter sein. Im auf Plan- und Machbarkeit ausgerichteten Westeuropa muss man sich an eine Situation, die an einen auf Dauerschleife gestellten Agilitäts-Workshop erinnert, erst gewöhnen. Wem es unter diesen Bedingungen gelingt, einen Film zu drehen und fertigzustellen, dem/der gebührt Hochachtung.

Die 17 Filme umfassende Auswahl des 51. Berlinale Forums setzt auf Arbeiten, die den außerfilmischen Unwägbarkeiten begegnen, indem sie in ihren Plots und Konstellationen die Unberechenbarkeit umarmen. Sie gibt dem Fragilen den Vorzug vor dem Bewährten. Filmemacher*innen, die am Anfang ihrer Karriere stehen, nehmen mehr Raum ein als ihre arrivierten Kolleg*innen.

februar 2021, berlinale forum

16. Forum Expanded: The Days Float Through My Eyes

Die plötzliche Koinzidenz von Stagnation und Veränderung, die wir derzeit erleben, hat unsere Vorstellung von Zeit und Raum – und damit das Kino – verändert. Das betrifft den Blick auf die ausgewählten Arbeiten wie auch das diesjährige Festivalformat, zweigeteilt, im Internet, drinnen und draußen. Die Forum Expanded Filmauswahl besteht aus vier Kurzfilmprogrammen, einem mittellangen und zwei Langfilmen, insgesamt werden im März 18 Filme gezeigt. Zusätzlich werden im Juni acht installative Arbeiten zu sehen sein.

Ein Experiment für das vom Arsenal – Institut für Film und Videokunst ausgerichtete Forum Expanded, das sich zum 16. Mal an der Schnittstelle des Kinos zu anderen Bereichen von Kunst und Gesellschaft positioniert. Der Titel „The Days Float Through My Eyes“ wurde dem Song „Changes“ entliehen. Vor 50 Jahren, als David Bowie ihn veröffentlichte, ging es ihm um sein Bild als Musiker, das sich nicht im gleichen Tempo wie sein wandelbares Selbstverständnis veränderte. Seit letztem Jahr sind Künstler*innen und Filmemacher*innen weltweit so ausgebremst, dass es für viele existenzbedrohend ist. Wenn das Programm des 16. Forum Expanded pandemiebedingt auch kleiner ausfällt, so möchte es sich doch mit ihnen allen solidarisch erklären.

februar 2021, kino arsenal

arsenal 3 im Februar: Birgit Hein

Der Streamingbereich arsenal 3 präsentiert im Februar eine Werkschau mit den Filmen von Birgit Hein. Experimentell, politisch und privat: Rückblickend beschreiben diese Begriffe vielleicht das ganze Spektrum eines „unabhängigen“ Kinos. Welche Reibungsprozesse jedoch hinter diesen Begriffen stecken, welche Momente der Ausdifferenzierung notwendig waren, um Positionen auszuloten, die heute gänzlich verschwunden zu sein scheinen, zeigt das filmische Werk Birgit Heins, das bis zu ihrer Trennung im Jahre 1989 auch das ihres früheren Ehemannes Wilhelm Hein ist.

 

Durch ihre Bücher und Texte hat Birgit Hein notwendige Verbindungen zwischen Theorie und Praxis, Geschichte und Gegenwart hergestellt. Ihre Bewegung von der bildenden Kunst zum Materialfilm, das Zeigen von Filmen und der fließende Übergang zur Performance, das autobiographische Projekt, das den Körper mit einbezieht, all dies sind Stationen ein und desselben Diskurses: Wie hängen Innen und Außen zusammen, wo genau liegt die Grenze, und aus was besteht sie, was sind die Vermittlungsformen, wie wird all das erfahrbar?

 

Birgit Hein wurde 1942 in Berlin geboren. Sie studierte von 1962-68 Kunstgeschichte in Köln, Wilhelm Hein Soziologie. Birgt und Wilhelm Hein kauften sich eine gebrauchte Bolex-Kamera. Es kam ihnen gerade nicht auf die technischen Möglichkeiten des Abbildes an, sondern auf die andere, neue Art und Weise, das Bild selbst zu thematisieren. Die Forderung "Film als Kunst" lautete also eigentlich "Film als Film und deshalb als Kunst" zu bewerten. Es ging nicht um weitere, sondern um andere Bilder, und dazu musste das Filmbild zunächst zerstört werden. Experimentalfilm wurde als Politikum verstanden. Dazu gehörte notwendigerweise auch die Präsentation, umgesetzt durch die von ihr 1968 mitbegründete Initiative XSCREEN – Kölner Studio für den unabhängigen Film.

 

1971 veröffentlichte Birgit Hein die erste deutsche Publikation zum Avantgardefilm "Film im Underground". 1977 leiten Birgit und Wilhelm Hein gemeinsam die Abteilung Experimentalfilm auf der Documenta 6. Ihre Filme wurden auf zahlreichen Festivals und Retrospektiven weltweit gezeigt. Von 1990 bis 2008 war Birgit Hein Professorin für Film und Video an der HBK Braunschweig.

 

Im Rahmen der Werkschau bei arsenal 3 findet am 14. Februar um 18 Uhr eine von Marc Siegel moderierte Online-Diskussion mit Birgit Hein statt (der Link wird auf der Arsenal-Website angekündigt).

februar 2021, kino arsenal

arsenal 3 im Februar: KYA HUA IS SHAHAR KO?

Unser Streamingbereich arsenal 3 ist ein Raum für Assoziationen, Reaktionen und Fußnoten und bezieht sich unmittelbar auf die Aktivitäten der Institution: auf das Kinoprogramm aber auch auf das Verleihangebot oder die Archivarbeit.

 

„Eine film-politische Pionierarbeit der Regisseurin Deepa Dhanraj von aktueller Relevanz: Ausschreitungen zwischen Hindus und Muslimen im Jahr 1984 sind der Ausgangspunkt des Films mit immenser politischer Kraft. Durch einen engagierten Kommentar gewinnt der Film seine historische Perspektive, die der besonderen Präsenz der Kamera die notwendige Tiefe und Komplexität verleiht. Die Beschreibung der Mechanismen politischer Machtkämpfe, der Dynamik zwischen Machtträgern sowie der Instrumentalisierung ökonomischer Verhältnisse und städtischer Armut führen zu einer eindrücklichen Analyse und einzigartigen Vorschau auf die Entwicklung kommunaler Konflikte und Marginalisierungspolitik. Aufnahmen ausbrechender Gewalt stehen neben ruhigen Beobachtungen der verheerenden Konsequenzen eines Alltags im Ausnahmezustand.“ (Nicole Wolf, Berlinale Forum 2013)

februar 2021, edition

Drei Publikationen zum Werk von Med Hondo bei Archive Books

Drei Publikationen zum Werk des im März 2019 verstorbenen Filmemachers Med Hondo beschließen das vom Arsenal veranstaltete und von Enoka Ayemba, Marie-Hélène Gutberlet und Brigitta Kuster kuratierte Ausstellungs-, Festival- und Buchprojekt "Cours, cours, camarade, le vieux monde est derrière toi—Run, comrade, run, the old world is behind you—The Cinema of Med Hondo".

Ausgehend von und aufbauend auf einer Vielzahl von Veranstaltungen im Arsenal, im Archive Kabinett, bei SAVVY Contemporary und im silent green Kulturquartier im August 2017 sind als integraler Bestandteil des Gesamtprojekts zwei Bücher und eine E-Publikation entstanden, die unterschiedliche Perspektiven auf Med Hondos Werk versammeln und eine Reihe von erstmalig ins Englische übersetzten Interviews mit ihm enthalten.

In seiner langen Karriere hat Med Hondo nicht nur Filme realisiert, die Dekolonisierung und afrikanische Geschichte in der Diaspora thematisieren und dafür neue gestalterische Mittel entwickelt, es ist ihm gleichermaßen gelungen, Alternativen zu europäischen und amerikanischen Produktions- und Verleihstrukturen zu entwickeln.

januar 2021, berlinale forum

Berlinale Forum und Forum Expanded und die zwei Etappen der Berlinale

Berlinale Forum und Forum Expanded sind die unabhängigen Sektionen der Berlinale. Verantwortet werden sie vom Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V.

Nachdem die Corona-Pandemie den ursprünglichen Plan, ein Präsenzfestival im Februar zu organisieren, unmöglich gemacht hat, findet die Berlinale nun in zwei Etappen statt: zunächst vom 1. bis zum 5. März als digitale Veranstaltung, die sich – von wenigen öffentlichen, digitalen Panels abgesehen – an ein Fachpublikum richtet. Im Juni wird das Berliner Publikum die Gelegenheit haben, die Filmauswahl der Berlinale im Kino und bei Open-Air-Vorführungen zu sehen.

 

kino arsenal: Großes Kino, kleines Kino #25

16:00 Kino 1


Spook Sport

Ah! La barbe

A Chairy Tale

Bewitched Matches

Mme. Croquemitaine

Vormittagsspuk

*Spook Sport Mary Ellen Bute, Norman McLaren USA 1939 16 mm 8 min
*Ah! La barbe Der lästige Bart Segundo de Chomón F 1905 16 mm stumm 2 min
*A Chairy Tale Norman McLaren, Claude Jutra Kanada 1957 35 mm Musik 10 min
*Bewitched Matches Behexte Zündhölzer Emile Cohl F 1903 35 mm 3 min
*Mme. Croquemitaine Die böse Hexe Georges Denola F 1909 35 mm 5 min
*Vormittagsspuk Hans Richter Deutschland 1928 16 mm Musik 6 min

Moderation: Stefanie Schlüter Für alle ab 5 Jahren
kino arsenal: Der Sonne nach – 
Retrospektive Michail Kalik

18:00 Kino 1


Diskussion: Das Werk Michail Kaliks zwischen Tauwetter und Exilkino

Diskussion: Das Werk Michail Kaliks zwischen Tauwetter und Exilkino

Es diskutieren: Erika und Ulrich Gregor, Christoph Huber, Anna Malgina, Barbara Wurm In englischer Sprache Eintritt frei
kino arsenal: Magical History Tour
 – Rauminszenierungen

19:00 Kino 2


Tokyo monogatari

Tokyo monogatari Die Reise nach Tokio
Yasujiro Ozu Japan 1953 Mit Chisu Ryu, Setsuko Hara
DCP OF mit dt. und fr. UT 136 min

kino arsenal: Der Sonne nach – 
Retrospektive Michail Kalik

19:30 Kino 1


I woswraschajetsja weter …

Neotprawlennoe pismo w Moskwu

I woswraschajetsja weter … Die Rückkehr des Windes
UdSSR/USA 1991 35 mm OmU 133 min
Vorfilm: Neotprawlennoe pismo w Moskwu
Der nicht abgeschickte Brief nach Moskau Israel 1977
16 mm OmU 32 min