August 2021,

The Garden. Kinematografien der Erde

THE GARDEN, 1990

Inmitten von Fischerhütten an einem Kiesstrand an der Südküste Englands, in direkter Nachbarschaft zu einem Atomkraftwerk und einer Militärbasis, steht Prospect Cottage: der letzte Wohnort des britischen Künstlers, Aktivisten und Filmemachers Derek Jarman, der 1994 an den Folgen einer HIV-Infektion starb. „I waited a lifetime to build my garden. I built my garden with the colours of healing on the sepia shingle at Dungeness.“ (Chroma: Book of Colour, 1993). Das Ausstellungsprojekt The Garden. Kinematografien der Erde widmet sich dem Leben Derek Jarmans. Sein gleichnamiger Film THE GARDEN (1990), in dem er den Garten als utopischen Ort des kollaborativen Zusammenlebens von Menschen und Natur, aber auch als Grenzbereich zwischen Realität und Fantasie, Heilung und Zerstörung, Hoffnung und Trauer verhandelt, sowie das Prospect Cottage selbst, werden zum Ausgangspunkt für eine zeitgenössische Aus-einandersetzung mit essentiellen Fragen unserer Gesellschaft und ihrer Zukunft: Umweltverschmutzung und Krankheit, Kollektivität und Widerstandskraft.

Nach der ersten Vorführung unter freiem Himmel am 23.7. läuft THE GARDEN im Arsenal (26.7., 2., 9. & 16.8.), wo auch THE LAST OF ENGLAND und BLUE zu sehen sind, zwei weitere Filme, in denen Jarman Persönliches zur filmischen Form werden lässt. THE LAST OF ENGLAND (1987) ist eine rigorose Abrechnung mit dem Land Margaret Thatchers, ein flammender Protest, in dem die Menschen sich in alten Gesellschaftsritualen wie in Horrorveranstaltungen verlieren (28.7. & 11.8.). BLUE (1993) zeigt über die ganze Länge des Films ein unverändertes Blau, während verschiedene Stimmen, darunter Jarmans eigene, Geschichten, Gedichte und Dialoge aus seinem Leben nach der HIV-Infektion sprechen (4. & 18.8.).

Im Garten des silent green zeigen wir zwei Filme, die im gleichen Jahr wie THE GARDEN ihre Premiere beim Berlinale Forum hatten: Peter Adairs ABSOLUTELY POSITIVE (1991) besteht aus Gesprächen mit elf Männern und Frauen, die HIV positiv getestet wurden, und sich mit Leben, Krankheit und Tod auseinandersetzen. Als Vorfilm zeigen wir AIDSWALK von Milena Gierke, der 1995 im Central Park entstanden ist. (8.8.) POISON (1990), der Debütfilm von Todd Haynes, entstand nach Texten von Jean Genet und besteht aus drei Teilen: Hero, Horror und Homo. Dazu zeigen wir AUS DER FERNE – THE MEMO BOOK von Matthias Müller (1989), ein Abschiedsgruß an den an AIDS verstorbenen Freund (13.8.). Zum Abschluss ein unbekannteres Juwel von Derek Jarman: GARDEN OF LUXOR (BURNING THE PYRAMIDS) (1973) läuft zusammen mit Filmen von Matthias Müller, Maria Thereza Alves, Malak Helmy und Mariam Mekiwi. (21.8.) (stss)

Die Ausstellung von silent green Film Feld Forschung ist vom 22.7. bis 22.8. in der Betonhalle des silent green zu sehen. Beteiligte Künstler*innen: Mareike Bernien / Alex Gerbaulet, Kerstin Schroedinger / Oliver Husain, Inas Halabi, Philip Scheffner, Peter Cusack, Howard Sooley, Dagie Brundert, CHEAP Art Collective. Künstlerische Leitung: Bettina Ellerkamp, Jörg Heitmann, Stefanie Schulte Strathaus. Talks: Marc Siegel. Mit Unterstützung von James Mackay, Amanda Wilkinson Gallery und Keith Collins Will Trust. (stss)

kino arsenal: „The gatekeepers exist to be overthrown.“ 
Amos Vogel – Reprisen und Repliken

20:00 Kino 1


The Private Life of a Cat

Las Hurdes

Mother’s Day

The Private Life of a Cat Alexander Hammid, Maya Deren
USA 1945 16 mm ohne Dialog 22 min
*Las Hurdes Land Without Bread Luis Buñuel
Spanien 1933 16 mm OmE 28 min
Mother’s Day James Broughton, Frank Stauffacher
USA 1948 16 mm OF 15 min