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Am Anfang der Arbeit an Autodidact stand ein Treffen mit Mr. Hur, einem Familienmitglied des Opfers eines ungeklärten Todesfalls in der Armee, der sich als inoffizieller Forensiker betätigt. Youngchin Hur ist der Vater von Won Keun Hur, der 1984, zur Zeit der Fünften Republik Koreas, ums Leben kam. Als er starb, war Won Keun Obergefreiter bei der Armee. Da die Todesursache nie durch eine offizielle Untersuchung geklärt wurde, brachte sich Mr. Hur selbst forensische Medizin bei, um auf die Wahrheit zu kommen. Das Video besteht aus handschriftlichen Notizen und vergrößerten Bildern des Untersuchungsmaterials von Mr. Hur. Dazu hören wir eine Geschichte, die von zwei Erzählern vorgetragen wird. Sie basiert auf den Gesprächen mit Mr. Hur, in denen er von seiner 30 Jahre andauernden Suche nach der Wahrheit berichtete, einer Zeit, in der er unter permanenter Kontrolle des Staates stand. In den Unterhaltungen ging es um Politik, das Leben und forensische Beweise. Die zwei unterschiedlichen Erzähler im Film sind Mr. Hur selbst und ein junger Mann Anfang 20. Durch diese Gegenüberstellung versucht die Arbeit eine Methode zu etablieren, über die ‚Stimme‘ der Anderen nachzudenken: durch das Lesen mit den Augen und das wiederholte Lesen mit unterschiedlichen Stimmen.

Jeamin Cha, geboren 1986 in Südkorea, lebt und arbeitet als Künstlerin und Filmemacherin in Seoul. Sie hat am Chelsea College of Design and Arts in London und an der Korean National University of Arts in Seoul studiert. Ihre Arbeiten wurden unter anderem in der DOOSAN Gallery, und im Audiovisual Pavilion in Seoul, in der Surface Gallery, Nottingham, beim DMZ Film Festival, Korea, und bei Rencontres Internationales in Berlin und Paris präsentiert.

Kontakt: theyoungowl@gmail.com

Format: 1-Kanal-Videoinstallation, QuickTime ProRes, Farbe
Länge: 10 min
Sprache: Koreanisch

Hysterics
Republik Korea 2014

Hysterics ist eine Arbeit, die in Teilen von Heinrich Heines Gedicht Jammertal inspiriert ist. Darin enthüllt ein Kommissar den Tod zweier armer Seelen. Ich habe mich auf die Tatsache konzentriert, dass der Tod des Paares in dieser Beschreibung ausgespart bleibt, damit ich der Beziehung zwischen Hysterie und dem Ursprung der gestellten Fragen nachgehen kann. Kurz gesagt versucht der Film ‚Bedeutungslosigkeit‘ und einen Zustand der Hysterie als theaterhafte Situation zu inszenieren. Weißes Papier interagiert dabei mit einem speziell gesetzten Licht. Die Kamera, auf Schienen, bewegt sich kreisförmig und beobachtet in dieser Bewegung gefangen die Situation. Das Video ist in einer einzigen Einstellung gedreht und der Blick ist singulär und fixiert. Während sich die Kamera also im Kreis bewegt, erblickt sie Spritzer einer unbekannten Flüssigkeit, die nur unter Schwarzlicht zu Tage treten kann. Diese Art von Licht wird als wissenschaftliches Instrument bei kriminologischen Untersuchungen eingesetzt, da unter ihm der Phospor-Gehalt von Knochen und Blut sichtbar wird. Durch den Schmerz beginnen die Menschen Fragen zu stellen, und die, die fragen, werden hysterisch. Diejenigen, die schlüssige Antworten verweigern und nach den tieferliegenden Gründen suchen, bringen neue Fragen hervor. [...] Wer sich in einem hysterischen Zustand befindet und bis zum Ende Fragen stellt, findet andere Personen vor, die zum Opfer werden. (Jeamin Cha)

Jeamin Cha, geboren 1986 in Südkorea, lebt und arbeitet als Künstlerin und Filmemacherin in Seoul. Sie hat am Chelsea College of Design and Arts in London und an der Korean National University of Arts in Seoul studiert. Ihre Arbeiten wurden unter anderem in der DOOSAN gallery, und im Audiovisual Pavilion in Seoul, in der Surface Gallery, Nottingham, beim DMZ Film Festival, Korea, und bei Rencontres Internationales in Berlin und Paris präsentiert.

Kontakt: theyoungowl@gmail.com
Format: 1-Kanal-Videoinstallation, QuickTime ProRes, Farbe
Länge: 7 min
Sprache: Koreanisch

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