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Weiterführende Informationen finden Sie im Forum-Expanded-Blatt (PDF).

Im Jahr 2008 nahm eine Gruppe aus Forscher*innen, Schriftsteller*innen und Filmemacher*innen die Arbeit an einem Dokumentarfilm auf. Der Film sollte die Migration über den Seeweg von der Nordküste Ägyptens nach Europa beschreiben. Acht Jahre später, nun angesichts erbitterter und verzweifelter globaler Migrationsbewegungen, wenden sich zwei Mitglieder von Take to the Sea, dem Kollektiv hinter der Dokumentation, den damals entstandenen Videoaufnahmen erneut zu. Sie nehmen einige der fragilen Momente in den Blick, die in Narrativen der Migration und im dokumentarischen Kino oft keinen Platz finden.Hawamesh Aan Al-Hegra möchte den Raum zwischen Filmemacher*in und deren Subjekt untersuchen, diese Distanz durchbrechen beziehungsweise ganz in sich zusammenfallen lassen. Die Installation besteht aus zwei Videos: Auf der einen Seite die Projektion einer bis zur Verpixelung vergrößerten Sonne, auf der anderen eine Zusammenstellung von Videofragmenten. Diese neue Konfiguration entzieht die Arbeit ihren Anfängen als klassischer Dokumentarfilm und zoomt auf der Suche nach möglichen neuen Bedeutungen in die Materialität der Bilder hinein, in Pixel und Erinnerungen. 

Hawamesh Aan Al-Hegra wurde von zwei Mitgliedern des Kollektivs, Lina Attalah und Mohamed A. Gawad, realisiert.

Take to the Sea wurde Anfang 2008 als offenes Forschungsprojekt gegründet, das sich mit irregulärer Migration von Ägypten über das Mittelmehr nach Italien beschäftigte. Seitdem sind verschiedene Köpfe und Motivationen dazu gestoßen und das Kollektiv hat sich wiederholt verändert. Ihre Bild-, Sound- und Text-basierten Arbeiten wurden auf Filmfestivals und in Kunstausstellungen gezeigt und in arabisch- und englischsprachigen Publikationen veröffentlicht. Inzwischen haben Take to the Sea einen Gezeitenwechsel vollzogen: Sie untersuchen nun ihre eigenen Vorstellungen von Migration, Vertreibung, Grenzen und Handlungsmacht anstatt andere Subjekte zu untersuchen.
Lina Attalah
ist Journalistin und Autorin und lebt in Kairo.
Mohamed A. Gawad
ist Cutter und Filmemacher und lebt in Kairo. Er ist Mitbegründer der Cimatheque und Vorstandsmitglied von CIC – Contemporary Image Collective.

Produktion: Take to the Sea, Kairo

Format: 2-Kanal-Videoinstallation, Farbe
Länge: 10 min
Sprache
: Arabisch

Foto: © Take to the Sea

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