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Um anderen Möglichkeiten von Zeit und Leben zuzuhören. Nicht, um uns zu retten, sondern weil es unvermeidlich ist. Das ist unsere Prämisse, unsere zentrale Geste – das, was wir versuchen zu tun.
Die PLANTS TRILOGY begann mit einem Traum, an den sich Denilson Baniwa an einem heißen Sommernachmittag in Rio erinnerte. Ein Traum von einer Gestalt, die nicht wusste, ob sie Mensch oder Baum, Tier oder Pflanze war – und die in ihren Träumen eine Art Ende der Welt spürte.

Ein Ende der Welt, geformt aus den Erzählungen der Baniwa (aus dem Norden des Amazonas): eine Mischung aus Keimung und Zorn, Verwirklichung und Bruch. Eine Revolution, getragen von nonverbalen Stimmen, von Gesten, die nicht als „Sprache“ erfasst werden. In diesem Zusammenhang wurde die Arbeit des italienischen Philosophen und Freundes Emanuele Coccia zu einem Wegweiser, der uns half, die Struktur der Trilogie zu erahnen.

Teil 1, DESPERTAR (AROUSE), ist eine Video-Performance, in der eine künstlerische Erscheinung die träumerische Präsenz einer Frau in einer Hängematte heraufbeschwört. Aus diesem malerischen Traum erwächst das Gefühl des bevorstehenden Bruchs.

Teil 2, O JARDIM (THE GARDEN), ist eine 3-Kanal-Videoinstallation, die die Idee einer Pflanzen-Apokalypse untersucht – eine Revolution der Pflanzen, die die Hegemonie über die Erzählungen des Planeten aus den Händen der Tiere (einschließlich der Menschen) reißen will.

Teil 3, der Kurzfilm FLORESTA DO FIM DO MUNDO ist Teil des diesjährigen Forum Expanded-Programms und bildet in gewisser Weise die affektive und symbolische Brücke, die Traum und Revolution – Teil 1 und 2 – verbindet. 
In einer zyklischen Struktur zeigt sich die Möglichkeit eines transformativen Ausgangs – im Subtext, in kleinen Abweichungen, in den unterbrochenen Tänzen einer Bar am Rande einer Großstadt...

Die PLANTS TRILOGY ist somit ein fragmentiertes Porträt von drei Momenten einer Intuition von Revolution, verwurzelt in Elementen, die die hegemoniale Vorstellung vom Menschen als Zentrum der Welt aufbrechen. Dieser nicht-menschliche Aufstand folgt seinem eigenen Rhythmus: Zuerst der Traum, dann das Verlassen der Welt, dann ihre Neuerfindung. Die Idee von Natur verschwindet, jede Passivität wird aufgehoben. Dieser Wald begehrt, will, sucht, träumt und sehnt sich – so wie alle Lebensformen.

Hier können Sie die erste Geste der Trilogie anschauen. Wir empfehlen gute Kopfhörer und hohe Lautstärke – damit der Traum sichtbar werden kann.

DESPERTAR/AROUSE (A PLANT’S DREAM)
TRILOGIA DAS PLANTAS 1 / PLANTS TRILOGY 1
Eine Video-Performance von Denilson Baniwa und Felipe M. Bragança
10 Minuten / Brasilien
Gefördert von: FUNARTE

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