Regie
Judit Elek
Ungarn / 1974
78 Min.
/ OmeU
Originalsprache
Ungarisch
Istenmezején ist ein Dorf in Ungarn, dessen Name übersetzt „Gottesfeld“ bedeutet. Die jungen Frauen im 70’s-Style, von denen hier in sattem Schwarz-Weiß erzählt wird, allen voran Ilonka und Marika, die sich zwischen Ausbildung und Feldarbeit, Jung-Ehe in der Dorf-Disco oder Zukunft in der Stadt entscheiden und gegen krass patriarchale Strukturen behaupten müssen, sind der irdischen Idylle jedoch ebenso fern wie dem Himmelreich. Mehr bitter-ironischer Zufall als beabsichtigte Widersprüchlichkeit war es auch, dass Judit Elek, die nach kurzen und mittellangen Filmen 1968 mit dem fulminanten Langspieldebüt THE LADY FROM CONSTANTINOPLE in der Semaine de la Critique in Cannes international den Durchbruch geschafft hatte, ihre Spielfilmkarriere nicht weiterverfolgen konnte – ihr politisch zentraler Film THE TRIAL OF MARTINOVICS AND THE HUNGARIAN JACOBINS wurde von den Behörden auf Eis gelegt. Also widmete sie sich dokumentarischen Arbeiten. Und so wurde ISTENMEZEJÉN 1972–73-BAN (A Hungarian Village) gemeinsam mit der Fortsetzung EGYSZERÜ TÖRTENET (A Commonplace Story) zu ihrem „wichtigsten Film“, wie die am 1. Oktober 2025 verstorbene Lady from Budapest selbst konstatierte. Ein Film des Forum 1975! (Barbara Wurm)
Die Filmemacherin und Drehbuchautorin Judit Elek (1937–2025) schloss 1961 ihr Studium an der Akademie für Theater und Film in Budapest ab und wurde Regieassistentin bei Mafilm. Zwischen 1962 und 2011 drehte sie mehrere Kurz-, Dokumentar- und Spielfilme. In ihren Geschichten beschäftigte sie sich mit sozialen Situationen, menschlicher Einsamkeit und Versuchen, Kontakt aufzubauen. Ihre Filme zeichnen sich durch soziale Sensibilität und einen dokumentarischen Ansatz aus. Im Laufe ihrer Karriere wurde sie zu den Filmfestivals in Berlin, Cannes, Venedig, Locarno, Mannheim und Oberhausen eingeladen.
Regie Judit Elek. Buch Judit Elek. Kamera Elemér Ragályi. Montage Júlia Trebitsch. Sound Design Gábor Erdélyi. Produzent*in Laura Horváth. Executive Producers László Nádasi, Katalin Ávéd. Produktionsfirmen MTV Documentary department (Budapest, Ungarn), Mafilm (Budapest, Ungarn).
Weltvertrieb National Film Institute Hungary - Film Archive
Filme: 1963: Találkozás / Encounter (Kurzfilm). 1966: Kastélyok lakói / Inhabitants of Castles in Hungary in 1966 (Kurzfilm). 1968: Meddig él az ember? I-II / How Long Does Man Live?. 1969: Sziget a szárazföldön / The Lady from Constantinople. 1972: Találkozunk 1972-ben (Sötétben-világosban) / We Will Meet in 1972 (In Dark and in Light). 1974: Istenmezején 1972–73-ban / A Hungarian Village, Az első fénykép / Tamás Cseh: The First Photo. 1975: Egyszerű történet / A Commonplace Story. 1979: Majd holnap / Maybe Tomorrow. 1981: Vizsgálat Martinnovics Ignác szászvári apát és társai ügyében / The Trial of Martinovics and the Hungarian Jacobins. 1984: Mária-nap / Maria’s Day. 1989: Tutajosok / Memories of a River. 1995: Ébredés / Awakening. 1996: Mondani a mondhatatlant – Elie Wiesel üzenete / To Speak the Unspeakable – The Message of Elie Wiesel. 1998: Egy szabad ember – Fisch Ernő élete / A Free Man – The Life of Erno Fisch. 2006: A hét nyolcadik napja / The Eighth Day of the Week. 2018: És a halottak újra énekelnek… / After All the Dead Sing Again. 2019: Visszatérés / Retrace: Digital Director’s Cut.
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