Regie
Volker Koepp
Deutschland / 2026
200 Min.
/ OmeU
Originalsprache
Deutsch, Ukrainisch, Litauisch, Belarussisch, Russisch, Rumänisch, Englisch
„Sarmatische Zeit“ heißt der Gedichtband von Johannes Bobrowski, der für Volker Koepp zum poetischen wie persönlichen Leitmotiv für diese bildstarke wie weitläufige Sondierung einer Region zwischen Ostsee und Schwarzem Meer, entlang der Ströme Memel, Dnister und Pruth wird. Herkunfts-, Sehnsuchts- und Tatort zugleich: Sammelbecken unterschiedlicher Kulturen und Zugehörigkeiten, über ein halbes Jahrhundert Bezugs- und Fluchtpunkt im Schaffen des großen Chronisten sowie Schauplatz wiederkehrender Grausamkeit und Vernichtung. Die Rückkehr zum eigenen Werk mit neuen und alten Weggefährt*innen wird zur gleichzeitigen Rückschau und Reaktualisierung. Wie durch Delta-Arme entstehen Verbindungen zur deutschen Geschichte und zum gesamteuropäischen Kontext, zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Und für einen langen Augenblick scheint in diesem Fluss die Zeit erschreckend stillzustehen, denn spätestens seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine 2022 ist das Echo der dieser Region eingeschriebenen Gewalterfahrung nicht mehr zu überhören. Was seinen Ursprung in Gedichten über das Memelland nimmt, entwickelt sich zu einer epochalen Kontemplation über den Menschen in Zeit und Raum. (Irina Bondas)
Volker Koepp, geboren 1944 in Stettin, aufgewachsen in Berlin. Nach einer Ausbildung zum Maschinenschlosser studierte Volker Koepp an der TU Dresden, anschließend an der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Babelsberg. Von 1970 bis 1991 war er als Regisseur am DEFA-Studio für Dokumentarfilm beschäftigt. Seither ist er als freier Regisseur, Autor, Produzent sowie in der Lehre tätig. Volker Koepp war mehrfach im Berlinale Forum zu Gast. Neben diversen Auszeichnungen für sein filmisches Werk erhielt er 2014 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und wurde 2021 Ehrenmitglied der Deutschen Filmakademie.
Regie Volker Koepp. Buch Volker Koepp. Kamera Uwe Mann. Kamera Christian Lehmann, Thomas Plenert. Montage Christoph Krüger. Sound Design Urs Hauck. Produzent*in Volker Koepp. Executive Producer Volker Koepp. Redaktion Rolf Bergmann, Thomas Beyer. Produktionsfirma Vineta Film (Berlin, Deutschland). Mit Tanja Kloubert, Anetta Kahane, Volha Hapeyeva, Ana-Felicia Scutelnicu.
Filme (Auswahl): 1972: Grüße aus Sarmatien (Kurz-Dokumentarfilm). 1973: Gustav J. (Kurz-Dokumentarfilm). 1974: Mädchen in Wittstock (Kurz-Dokumentarfilm, Berlinale Forum 1977). 1976: Wieder in Wittstock (Kurz-Dokumentarfilm, Berlinale Forum 1977). 1979: Tag für Tag (Dokumentarfilm). 1980: Haus und Hof (Dokumentarfilm). 1984: Leben in Wittstock (Dokumentarfilm, Berlinale Forum 1985). 1985: Afghanistan 1362 (Dokumentarfilm). 1992: Neues in Wittstock (Dokumentarfilm). 1995: Kalte Heimat (Dokumentarfilm, Berlinale Forum 1995). 1999: Herr Zwilling und Frau Zuckermann / Mr. Zwilling and Mrs. Zuckermann (Dokumentarfilm, Berlinale Forum 1999). 2002: Uckermark (Dokumentarfilm, Berlinale Forum 2002). 2004: Dieses Jahr in Czernowitz / This Year in Czernowitz (Dokumentarfilm, Berlinale Forum 2004). 2016: Landstück / Piece of Land (Dokumentarfilm, Berlinale Forum 2016). 2023: Gehen und Bleiben / Leaving and Staying (Dokumentarfilm, Berlinale Forum 2023). 2026: Chronos – Fluss der Zeit / Chronos – Flow of Time.
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