Regie
Sandra Prechtel
Deutschland / 2026
92 Min.
/ OmeU
Originalsprache
Deutsch
„Es hat nur zwei Genies in Deutschland nach dem Krieg gegeben, im Westen Fassbinder und im Osten Schleef“, so Elfriede Jelinek. Als Einar Schleef 2001 mit nur 57 Jahren viel zu früh stirbt, ist er alleine, erst Tage später erfährt die Öffentlichkeit von seinem Tod. Wie kommt es, dass dieser Maler, Autor und Pionier des deutschen Regietheaters im Osten, später im Westen und schließlich im wiedervereinten Deutschland – gleichermaßen anerkannt und verkannt, gefeiert und verhindert, zielsicher und unverstanden – überall fremd blieb? Das elliptisch montierte Archivmaterial lässt vor allem Schleef selbst sprechen – sprunghaft, stotternd, schonungslos. Behutsam umgeht Sandra Prechtels Film Verklärung und Vereinnahmung eines Künstlers im 20. Jahrhundert, der sich jeglicher Massenpsychologie verweigerte und den Theaterbetrieb doch bis zum Äußersten trieb. Aus biographischen Schlaglichtern fügt sich das Porträt eines so widerständigen wie verletzlichen Einzelgängers mit enfant-terrible-Ruf und Selbstzerstörungspotenzial. Erzählt wird vom Theater und den Verdrängungsmechanismen der Nachkriegsgesellschaft sowie – anders als man es kennt – von deutsch-deutscher Wirklichkeit. (Irina Bondas)
Sandra Prechtel, 1969 in München geboren, lebt seit 1991 in Berlin. Sie studierte in München, London und Berlin Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Filmwissenschaft und Politologie. Nach Studienabschluss ging sie für einen Arbeitsaufenthalt nach Moskau, später absolvierte sie ein Volontariat in der Kulturredaktion des SFB/rbb. Sie ist Autorin und Regisseurin von Dokumentarfilmen und Radio-Features sowie Buchautorin. Ihre Filme liefen auf internationalen Festivals.
Regie Sandra Prechtel. Buch Sandra Prechtel. Montage Olaf Voigt. Musik Samuel Wiese. Sound Design Rainer Gerlach. Produzent*innen Frieder Schlaich, Irene von Alberti. Produktionsfirma Filmgalerie 451 (Berlin, Deutschland). Mit Einar Schleef.
Weltvertrieb Filmgalerie 451
Filme: 2004: ND - Deutsches Neuland (Dokumentarfilm). 2007: Sportsfreund Lötzsch (Dokumentarfilm, Koregie Sascha Hilpert). 2010: Die Ballkönigin (Kurz-Dokumentarfilm). 2013: Roland Klick – The Heart Is a Hungry Hunter (Dokumentarfilm, Berlinale Panorama 2013). 2018: Jazz oder die Lehre vom Fliegen (Dokumentarfilm). 2022: Liebe Angst (Dokumentarfilm). 2026: Einar Schleef – Ich habe kein Deutschland gefunden / Einar Schleef – No Germany Did I Find.
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