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EVERYTHING ELSE IS NOISE ist ein Film über drei Künstlerinnen – Rosa, Tere und Luisa – die sich in unterschiedlichen Lebensphasen befinden und deren Alltagserfahrungen zeigen, wie die sozialen und kulturellen Veränderungen der letzten Jahrzehnte ihren persönlichen und beruflichen Werdegang geprägt haben. Anhand von Gesten, Gesprächen und Schweigen beobachtet der Film, wie soziale Erwartungen, Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern und Dynamiken der Anerkennung die Art und Weise beeinflussen, wie sie künstlerisch arbeiten, Beziehungen eingehen und sich in der Welt bewegen. Der „Lärm“ im Titel hat mehrere Bedeutungen: der Lärm des Verkehrs, der Stimmen und Maschinen, aber auch die Ablenkungen, Vorurteile und Anforderungen, die das innere Erleben der Frauen überschatten.

Der Film betont den Lauf der Zeit und die subtilen Details des Alltags. Die Kamera bleibt aufmerksam und fast unbeweglich, sodass sich das tägliche Leben ganz natürlich entfalten kann. Licht, Ton und der langsame Rhythmus der Handlungen schaffen einen Raum, in dem sich Sinnliches und Emotionales vermischen. Das Fernsehinterview, das sich durch den Film zieht, regt zum Nachdenken über Repräsentation und Performativität an: Wir beobachten, wie die Protagonistinnen unter den Blicken der Medien um ihr Image ringen und Gesten und Antworten wiederholen, bis die Künstlichkeit der vermeintlichen Spontaneität sichtbar wird.

In EVERYTHING ELSE IS NOISE fungieren Wiederholung und Variation sowohl als narrative als auch als konzeptuelle Mittel. Geräusche – das von Luisa gespielte Cello, das anhaltende Bellen, die Stromausfälle – schaffen einen Dialog zwischen dem Intimen und dem Urbanen, zwischen Musik und Lärm. Anstatt eine Geschichte im traditionellen Sinne zu erzählen, lädt der Film zu einer zeitlichen und sinnlichen Erfahrung ein: eine Aufforderung, den Alltag als einen Raum des Geheimnisvollen, der Verletzlichkeit und des stillen Widerstands zu bewohnen.

Nicolás Pereda

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