Regie
Sofia Bordenave
Argentinien / 2026
91 Min.
/ OmeU
Originalsprache
Spanisch
2017 wurde der junge Mapuche Rafael Nahuel in einem Waldgebiet bei Villa Mascardi in den patagonischen Anden von der Polizei der argentinischen Küstenwache getötet. Anhand von Gerichtsakten, Behördenunterlagen und gerichtsmedizinischem Archivmaterial rekonstruiert Forest up in the Mountain das Verbrechen als Teil einer langen Geschichte systematischer staatlicher Gewalt gegen die indigenen Mapuche. Die Suche nach den Hintergründen führt zurück ins späte 19. Jahrhundert – in die Zeit der Kolonisierung nach der „Conquista del desierto“ (Wüstenkampagne). Was sichtbar wird: Die brüchige Rechtsordnung, die das Machtgefälle zwischen Staat und Indigenen reproduziert und den Lebensraum der Mapuche zur industriemäßigen Ausbeutung freigibt. Was einfühlsam und durchlässig dokumentiert wird: Wie durch physische und symbolische Gewalt Menschen entwurzelt und Identitäten zerstört werden. In Sofía Bordenaves Film, der die historischen Wurzeln des Gebietsstreits erforscht, wird der Wald zum Zeugen und zum Ort des Widerstands – zum Archiv und Resonanzraum, der mehr und anderes aussagt als Aussagen vor Gericht, und offizielle Narrative infrage stellt. (David Montenegro)
Sofía Bordenave, Filmemacherin und Menschenrechtsanwältin, wurde in Córdoba, Argentinien geboren. Ihr Film Estrella Roja feierte seine Premiere 2021 beim Internationalen Filmfestival von Mar del Plata und gewann den Young Critics Award für den besten Debütfilm. Er wurde auch im Lincoln Center und beim Internationalen Filmfestival in Jeonju gezeigt. Derzeit dreht sie ihren ersten Spielfilm, All the Shipwrecks in the World. Neben ihrer Tätigkeit als Filmemacherin engagiert sie sich seit über 30 Jahren für Menschenrechte und die Rechte indigener Gemeinschaften.
Regie Sofía Bordenave. Buch Sofía Bordenave, Pablo Weber. Kamera Ezequiel Salinas. Montage Pablo Weber. Musik Sebastian Teves. Sound Design Atilio Sanchez. Produzent*innen Clara Massot, Sofía Bordenave, Manuel Rapoport. Executive Producer Manuel Rapaport. Produktionsfirmen Maleza cine (Buenos Aires, Argentinien), Afuera producciónes (San Carlos de Bariloche, Argentinien). Mit Mirta Ñancunao, Lorena Cañuqueo, Joaquin Rapoport.
Filme: 2018: La suave noche (Dokumentarfilm, Koregie Luz Rapoport). 2021: Estrella Roja / Red Star (Dokumentarfilm). 2024: Pas crever (Kurzfilm). 2026: Forest up in the Mountain.
Gefördert durch:
