november 2019, kino arsenal

Arbeit an der Erinnerung – Die Filme von Rithy Panh

Vor sieben Jahren zeigte das Berlinale Forum drei Filme aus dem „Goldenen Zeitalter“ des kambodschanischen Kinos (1960–1975), die erstmals seit Jahrzehnten wieder öffentlich projiziert wurden. Die Filmemacher Ly Bun Yim und Tea Lim Koun waren persönlich anwesend und zutiefst berührt. Nur etwa 30 von 400 Filmen, die in diesen 15 Jahren entstanden, haben die Herrschaft der Roten Khmer überstanden. Die Verarbeitung dieser furchtbaren Zeit, der über 1,7 Millionen Menschen zum Opfer fielen, ist das Hauptanliegen der filmischen Arbeit von Panh.

Wir widmen wir dem vielfach preisgekrönten Regisseur vom 1. - 23. November eine Hommage mit zehn Filmen.

november 2019, kino arsenal

Magical History Tour – Exzess und Opulenz

Die große Geste wollen wir im November in den Mittelpunkt der Magical History Tour stellen: Filme, die im Spannungsfeld zwischen Exzess und Opulenz angesiedelt sind und deren Überschuss sich in der grenzenlosen persönlichen Involvierung des Regisseurs oder einer entfesselten künstlerischen Vision manifestiert. Opulenz und Exzess stellen aber keinen Selbstzweck dar, sondern sind Ausdruck eines Gestaltungswillens, der sich auch gegen mannigfaltige Zwänge und Widerstände durchsetzt. So stehen Filme, die sich einem bedingungslosen Realismus verpflichtet fühlen, neben solchen, die die ihnen angemessene Form in der extremen Stilisierung finden.

november 2019, kino arsenal

Gaumont: Seit es das Kino gibt

Die 1895 gegründete Firma Gaumont ist nicht nur das älteste Filmproduktionsunternehmen der Welt. Mit über 1.500 Filmen besitzt Gaumont auch einen der größten französischen Filmkataloge, darunter u.a. Werke von Abel Gance, René Clair, Louis Feuillade, Jean Renoir, Max Ophüls, Robert Bresson, Georges Franju, Jean Grémillon, René Clément, Jean-Pierre Melville, Jacques Doillon, Jean-Luc Godard, Maurice Pialat, Jean Vigo und Louis Malle.

Vom 29. November bis 31. Januar gastiert im Maison de France des Institut français am Kurfürstendamm 211 die Ausstellung „Gaumont: Seit es das Kino gibt“. Die Ausstellung lädt zu einer Reise durch die Firmen- und Film-geschichte ein und präsentiert u.a. originale Requisiten, Kostüme und Filmplakate, Filmmusiken und Filmausschnitte. Ein „Hackathon“-Workshop bietet darüber hinaus vom 19. bis 25. November acht Teilnehmern die Gelegenheit, Gaumont-Klassiker digital neu zu interpretieren, die Ergebnisse werden im Anschluss in der Ausstellung zu sehen sein.

Das Arsenal zeigt begleitend im Rahmen der Französischen Filmwoche vom 28. November bis 4. Dezember eine Auswahl von Klassikern der französischen Filmgeschichte sowie neueren Produktionen der Firma. Im Februar folgt ein umfangreiches Programm mit Titeln aus dem Gaumont-Katalog.

november 2019, living archive

arsenal 3 im November: "Shaihu Umar"

Kino im Internet: Exklusiv für unsere Mitglieder streamen wir Restaurierungen und Digitalisierungen aus der Sammlung des Arsenal, ergänzt mit Texten, Interviews und Clips. Im November präsentieren wir den nigerianischen Spielfilm SHAIHU UMAR, 1976 von Adamu Halilu in Hausa gedreht. Dem lange als verschollen geglaubten Film liegt die gleichnamige Erzählung des späteren Ministerpräsidenten Abubakar Tafawa Balewa aus dem Jahr 1955 zugrunde. 2016 wurden Negative und Filmkopien im Archiv der Nigerian Film Corporation gefunden und vom Arsenal mit Unterstützung der Deutschen Botschaft in Abuja restauriert.

2019 kam SHAIHU UMAR erstmals in Nigeria zur Aufführung. Angesiedelt im Norden des Landes und am Ende des 19. Jahrhunderts erzählt der Film von Umar, der nach dem Tod des Vaters von seiner Mutter getrennt wurde. Auf seinem von Sklaverei geprägten Leidensweg durchläuft er mehrere Prüfungen, bis er adoptiert wird. Er besucht die Koranschule und wird als Erwachsener zum Iman ernannt.

november 2019, berlinale forum

Kinostart "Querência"

Mit QUERÊNCIA (Heimkehren) von Helvécio Marins Jr. bringt arsenal distribution ab dem 21.11. einen weiteren Film aus dem diesjährigen Forumsprogramm in ausgewählte Kinos.

QUERÊNCIA erzählt von Marcelo de Sousa, einem Cowboy in der brasilianischen Pampa. Als er bei einem brutalen Überfall auf die Farm nicht verhindern kann, dass hunderte Rinder aus seiner Obhut gestohlen werden, ist nichts mehr wie zuvor. Marcelo wird depressiv und hängt seinen Job an den Nagel. Zum Glück hat er gute Freunde und eine große Leidenschaft: Als Zeremonienmeister bei Rodeo-Shows blüht er zu neuem Leben auf. Seine furios gerappten Ansagen huldigen nicht nur der Cowboykultur, sondern auch der gelebten Solidarität der Landbevölkerung, die wenig Vertrauen in die politische Führung des Landes hat. Marins souveräne Inszenierung verzichtet weitgehend auf alles Dramatische und konzentriert sich darauf, einen spezifischen Lebensstil zu porträtieren. Das gelingt nicht zuletzt dank einer Kamera, die Momente der Einsamkeit ebenso präzise einfängt wie die laute Aufregung der Rodeo-Shows und die in warmes Licht getauchte endlose Weite der Landschaft.

Der Regisseur wird bei Vorführungen in Frankfurt/Main, Köln, Hamburg und Berlin anwesend sein.

november 2019, living archive

Das Arsenal ist assoziiertes Mitglied der FIAF

Das Komitee der Fédération Internationale des Archives du Film (FIAF) hat im November entschieden, das Arsenal – Institut für Film und Videokunst als assoziiertes Mitglied aufzunehmen. Die FIAF ist eine Vereinigung von internationalen Filmarchiven, deren Mitglieder sich dem Erhalt, der Sammlung, Restaurierung und Verbreitung von Film verpflichten.

Für die Arbeit des Arsenals ist die Mitgliedschaft in der FIAF von großer Bedeutung, um sein internationales Netzwerk weiter ausbauen zu können, sich mit FIAF-Mitgliedsinstitutionen über den Erhalt und die Restaurierung von Filmen auszutauschen und an zeitgenössischen Archivdiskursen zu partizipieren.

Durch Archivprojekte des Arsenals wie „Living Archive – Archivarbeit als künstlerische und kuratorische Praxis der Gegenwart“ (2011–2013) oder aktuell „Archive außer sich“, das im Rahmen des HKW-Projekts „Das neue Alphabet“ stattfindet, hat sich in den letzten Jahren ein intensiver Austausch mit nationalen und internationalen Filmarchiven entwickelt, aus denen weiterführende wissenschaftliche, kuratorische und künstlerische Projekte hervorgegangen sind. Im Zentrum steht aktuell die Zusammenarbeit mit Archiven in Afrika und arabischen Ländern, oder mit FIAF-Mitgliedsinstitutionen wie dem DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum (Frankfurt am Main), dem Österreichischen Filmmuseum (Wien), dem National Film Archive (Pune, Indien) oder dem National Film, Video and Sound Archive (Jos, Nigeria).

kino arsenal: „es ist die Gegenwart, die Gegenwart der Vergangenheit“ Filme von Ingo Kratisch und Jutta Sartory

19:00 Kino 2


Die Steine

*Die Steine Ingo Kratisch, Jutta Sartory
BRD 1985 16 mm 90 min

kino arsenal: Anna May Wong – Star, Ikone, Grenzgängerin

20:00 Kino 1


Song. Die Liebe eines armen Menschenkindes

Song. Die Liebe eines armen Menschenkindes Richard Eichberg
D/GB 1928 Mit Anna May Wong, Heinrich George, Paul Hörbiger
35 mm engl. ZT 100 min

Einführung: Michael Wedel, Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf Am Flügel: Eunice Martins
kino arsenal: „es ist die Gegenwart, die Gegenwart der Vergangenheit“ Filme von Ingo Kratisch und Jutta Sartory

21:00 Kino 2


Noch nicht und nicht mehr

*Noch nicht und nicht mehr Ingo Kratisch, Jutta Sartory
D 2000 16 mm 92 min