Auf Vorschlag von Entuziazm sichten wir am 17. April um 19 Uhr den Film SHIWJOT TAKOJ PAREN (Es lebt so ein Junge, Wassilij Schukschin, UdSSR 1964). Der Film wurde im Jahr 1978 im Programm des Internationalen Forum des Jungen Films neben drei weiteren Filmen Schukschins gezeigt. Bei der Mostra in Venedig wurde er 1964 dafür mit einem Goldenen Löwen ausgezeichnet.
Erinnerung und Zukunft-Preis für "Revision"
Beim Filmfestival goEast in Wiesbaden ist REVISION von Philip Scheffner mit dem Dokumentarfilmpreis "Erinnerung und Zukunft" der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft ausgezeichnet worden. REVISION, der im diesjährigen Forum zu sehen war, ist eine filmische Spurensuche: 1992 werden zwei Menschen auf einem Feld nahe der deutsch-polnischen Grenze erschossen. Die Umstände, die zum Tod von Grigore Velcu und Eudache Calderar führten, wurden bis heute nicht aufgeklärt. Offiziell handelte es sich um einen Jagdunfall, eine tragische Verwechslung mit Wildschweinen. Zu einer Verurteilung der Jäger kam es nie, der sich über Jahre schleppende Prozess, in dem entscheidende Fragen nicht verfolgt wurden, endete mit einem Freispruch. Knapp 20 Jahre später sucht Philip Schaffner die Angehörigen der Getöteten in Rumänien auf und lässt sie die Aussagen machen, die nie gehört wurden. Wie allen anderen Zeugen und Sachkundigen, die er erneut befragt, gibt er ihnen die Möglichkeit, ihre Statements anzuhören und zu überdenken – anders als die gängige Praxis, die einmal gemachte Aussagen zum Fakt erhebt. So unterwirft Scheffner nicht nur den Fall einer filmischen Revision, sondern auch das eigene Medium. Mit sorgsamer Handhabe von Material und Zeugnissen und zunehmend beklemmender Dichte webt er ein Netz aus Landschaft, Erinnerung, Akten und "deutschen Zuständen".
In unserer Reihe Filmmakers’ Choice präsentiert die Künstlerin Eléonore de Montesquiou am 23. April Filme, die nach den Beweggründen für das Filmemachen fragen. Warum verwenden wir eine Kamera? Ist man Forscher im sozialen Raum, so wie es Robert Flaherty Joris Ivens vorschlug? In CINEMAFIA diskutieren Jean Rouch, Joris Ivens und Henri Storck darüber. Weitere Filme, die diese Fragen aufgreifen, sind PAM KUSO KAR von Jean Rouch über Rituale in Niger und PAS TOUT von Isabelle Prim und Ludovic Burel, ein "Familienfilm" in einer verlassenen Fabrik. 1968 bis 1970 bedienten sich die Medvedkin-Gruppen Strategien, um politische Erfahrungen filmisch aufzubereiten. LES TROIS QUARTS DE LA VIE wurde von jungen Arbeitern in der Peugeot-Fabrik gedreht, unterstützt von Chris Marker und Bruno Muel. (Eléonore de Montesquiou)
Vaginal Davis' neue Reihe: Rising Stars, Falling Stars – We Must Have Music!
Magical History Tour: Von Schattenwesen, Geistern und Doppelgängern
Camp/Anti-Camp: Tropicamp & Jack Smith, Tropicana, Kuchar & Warhol
Kino für Kinder und Jugendliche
arsenal distribution bei den Kurzfilmtagen Oberhausen
Auch dieses Jahr präsentiert arsenal distribution wieder ein Filmprogramm im Rahmen der Market Screenings der 58. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen. Am Sonntag, den 29. April 2012, werden SONG FOR RENT (USA 1969) und JUNGLE ISLAND (USA 1967) von Jack Smith sowie eine Auswahl von vier Filmen aus dem diesjährigen Forum Expanded-Programm gezeigt. Ausgesucht wurden Jennifer Rainsfords und Virlani Hallbergs O.G.B.I.P. [Our Global Behaviour Is Psychopathic I] (Schweden 2011), in dem es um das Gefühl der Angst und den Umgang damit geht, Fern Silvas PERIL OF THE ANTILLES (USA / Haiti 2011), eine filmisch umgesetzte politisch-persönliche Erfahrung in Haiti, Rainer Ganahls THE CONDITION OF THE WORKING CLASS IN ENGLAND – LITTLE IRELAND. 1842/2011, der Fragmente des gleichnamigen Textes von Friedrich Engels zitiert, sowie das konzeptkunstkritische Stop-Motion-Video T.S.T.L. von Gheith Al-Amine.