Vom 25. bis 27. August findet zum dritten Mal die Arsenal Summer School statt. Unter dem Titel Cut! Interventionen des Dokumentarischen beschäftigen sich acht Veranstaltungen – Werkstattgespräche, Diskussionen, Filmgespräche und Screenings – sowie ReferentInnen aus Theorie und Praxis mit dem Verhältnis von Dokumentarischem und Politischem, von Inhalt und Form sowie mit den Produktionsbedingungen für dokumentarisches Arbeiten. Mit Beiträgen von Karin Jurschick, Brigitta Kuster, Claus Löser, Avi Mograbi, Irit Neidhardt, Philip Scheffner, Stefan Stefanescu, Florian Wüst. Moderiert von: Milena Gregor, Birgit Kohler, Stefanie Schulte Strathaus.
Fernsehausstrahlung "Dreileben"
Am 29. August sendet die ARD das Fernsehprojekt "Dreileben", das im Rahmen des diesjährigen Forums uraufgeführt wurde. Im Sommer 2006 führten die Regisseure Dominik Graf, Christian Petzold und Christoph Hochhäusler einen Mailwechsel über Filmästhetik, die Berliner Schule, Deutschland und das Genre (veröffentlicht in der Zeitschrift "Revolver"). Zwei Jahre später beschlossen sie, die theoretische Diskussion mit einem gemeinsamen Filmprojekt fortzuführen: drei individuelle Geschichten, die um denselben Fait divers kreisen, die Flucht eines verurteilten Straftäters. In Petzolds ETWAS BESSERES ALS DEN TOD erlebt ein Zivildienstleistender eine Liebesgeschichte ohne Perspektive. Grafs KOMM MIR NICHT NACH erzählt von einer Polizeipsychologin, die an ihrem Einsatzort alte Bekannte trifft. Und Christoph Hochhäusler lässt in EINE MINUTE DUNKEL einen rastlosen Polizisten auf der Jagd nach dem Geflohenen falsche Gewissheiten anzweifeln. Drei Filme, drei Stile, drei spannende Annäherungen, Abschweifungen, Auseinandersetzungen. Ermöglicht haben das deutsche Fernsehsender. Wie Dominik Graf schrieb: "… dieses Arbeiten im Angesicht des TV-'Mainstreams', an seinem Rand, im Widerspruch und trotzdem, ob gewollt oder nicht, im Kommentar dazu – das finde ich/fand ich schon immer extrem kreativ."
Rising Stars Falling Stars – Präsentiert von Vaginal Davis
Künstlerinnenprogramm
Arsenal Summer School
"Performing Documentary" in Surrey
Im Rahmen des Symposiums "Documentary and Performance" an der University of Surrey hält Birgit Kohler am 16.9. einen Vortrag zum Phänomen "Performing Documentary". Anfang Juni fand im Arsenal eine von Birgit Kohler kuratierte Film- und Gesprächsreihe statt, die sich dem Phänomen erstmalig widmete. Besonders im österreichischen und deutschen Dokumentarfilmschaffen der letzten zehn Jahre hat sich eine neue, experimentelle Spiel-Art des Dokumentarischen herausgebildet: Filme, die mit expliziter Inszenierung, Verfremdungseffekten und performativen Auftritten arbeiten und das ihnen zugrunde liegende, recherchierte dokumentarische Material buchstäblich in Szene setzen.
Living Archive stellt den Versuch einer zeitgemäßen Archivaufarbeitung dar, die nicht nur dem Selbsterhalt dient, sondern gleichzeitig Neues schafft und Zugänge herstellt. Über 30 KuratorInnen, FilmemacherInnen, KünstlerInnen und andere Forschende, sowie StipendiatInnen des Goethe-Institut entwickeln Projekte aus dem Archivbestand des Arsenal. Seit Juni sichten die TeilnehmerInnen an Schneidetischen und diskutieren in den Räumen des Kooperationspartners Salon Populaire. Einmal monatlich finden öffentliche Sichtungen statt. In der nächsten öffentlichen Sichtung am 16. August beschäftigen wir uns mit drei Filmen, die im Zusammenhang mit unterschiedlichen Projekten stehen: AMY! (Laura Mulvey, Peter Wollen, GB 1980, 33min), SIGMUND FREUD'S DORA: A CASE OF MISTAKEN IDENTITY (Andrew Tyndall, Anthony McCall, Claire Pajaczkowska, Ivan Ward, Jane Weinstock, USA 1979, 35 min) und COME BACK, AFRICA (Lionel Rogosin, USA 1958, 84 min).
Retrospektive Andrej Tarkowskij
Neu auf unserem VoD-Channel: "Ausgerechnet Bulgarien"
Wir freuen uns sehr, im August mit AUSGERECHNET BULGARIEN (Deutschland/Bulgarien 2006) von Christo Bakalski einen weiteren Film auf unserem VoD-Channel bei realeyz.tv präsentieren zu können. Der Film porträtiert die deutsche Schriftstellerin Angelika Schrobsdorff, die 1939 aus Berlin nach Bulgarien flüchten musste. Schrobsdorffs Geschichte ist eng verbunden mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts: Diktaturen, Kalter Krieg, Mauerfall und Nahost-Konflikt.