Im Nachgang zum Jubiläumsprogramm anlässlich des 50. Forums während der diesjährigen Berlinale zeiget das Arsenal im Oktober zwei weitere Filme aus dem ersten Forums-Jahrgang 1971: LETTERA APERTA A UN GIORNALE DELLA SERA (Offener Brief an eine Abendzeitung, Francesco Maselli, I 1970, 12.10.) Eine Gruppe intellektueller Marxisten beantwortet den Appell einer Abendzeitung mit einem offenen Brief, in dem sie vorschlagen, an der Spitze einer Delegation in den Krieg nach Vietnam zu ziehen. Als aus ganz Europa Zustimmung und Interesse bekundet wird und sogar die vietnamesische Partei den Vorschlag akzeptiert, bekommt die Gruppe ein Problem. ICH LIEBE DICH, ICH TÖTE DICH (Uwe Brandner, BRD 1971, 19.10.) wurde vom Regisseur als „eine Bildergeschichte aus der Heimat“ beschrieben. Ein junger Lehrer kommt in ein abgelegenes Dorf im bayerischen Altmühltal. Dort haben reiche Herren am Rande der Wildnis ein Jagdrevier für sich geschaffen. Die Freundschaft mit dem örtlichen Jagdaufseher entwickelt sich zu einem Liebesverhältnis, welches das Ende des fragilen Idylls einläutet.
The Professional – Retrospektive Michael Mann
70 mm: 2001 – A SPACE ODYSSEY
11. ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin – Nomad Edition
Großes Kino, kleines Kino #35 Was klingt, kratzt, raschelt da im Film?
Forum 50
"Olanda"
Der Sternenhimmel über den rumänischen Karpaten. Ein wucherndes Myzel. Die ersten zwei Bilder stecken die Dimensionen ab, denen sich OLANDA widmet: Details und feine Strukturen auf der einen, Konstellationen und das große Ganze auf der anderen Seite. Im Zentrum steht dabei ein saisonales Wirtschaftsgut der Gegend – der Pilz. Unter den Menschen sind ihm die Sammler*innen am nächsten und der Film ist vor allem bei ihnen, auf Gängen durch den Wald, im Zeltlager, bei Autofahrten und Gesprächen.
"The Two Sights"
Laut Abspann wurde das Material für THE TWO SIGHTS zwischen 2017 und 2019 auf den schottischen Äußeren Hebriden „gesammelt“. Aber um was für Material handelt es sich? Zum einen sind da die atemberaubenden 16-mm-Landschaftsaufnahmen: Felsklippen, Strände und Ebenen, Pflanzen und Tiere, Häuser und Schiffe, wechselhafte Lichtverhältnisse. Zum anderen sind da die Geräusche: kreischende Vögel, brausender Wind, tosendes, gurgelndes, tröpfelndes Wasser – und aus dem Off erzählt eine Stimme, auf Englisch und Gälisch, von Hundeskeletten, versunkenen Dörfern, sterbenden Angehörigen; manchmal erklingen auch Lieder, hört man den Seewetterbericht, oder es herrscht Stille.
Symposium: Recht auf Öffentlichkeit – Arbeit mit TV-Archiven
Großes Kino, kleines Kino #35: Was klingt, kratzt, raschelt da im Film?
Am 20.9. findet die nächste Ausgabe unseres Film Workshops für Kinder statt, diesmal für alle ab 8 Jahren. Seit im Jahr 1895 das erste Mal Filme gezeigt wurden, gab es dazu Klänge und Musik. Geräusche, Musik, Klänge und Sprache werden dabei zu einer Tonspur zusammengesetzt. Bevor wir eigene Klangexperimente machen und gemeinsam einen Soundtrack zu DÉMÉNAGEMENT À LA CLOCHE DE BOIS von Alice Guy (Frankreich 1905) erfinden und live spielen, entdecken wir, was in vier Kurzfilmen zu sehen und zu hören ist: Farben und Formen wirbeln durchs Bild und verwandeln sich ohne Unterlass in ROOTS (Deutschland 1996) von Bärbel Neubauer. Hans Richter spielt in seiner FILMSTUDIE (Deutschland 1926) mit Licht und Schatten. LANTOUY von Isabell Spengler und Daniel Adams (Deutschland 2006) entführt uns in eine magische Welt aus Bildern und Klängen. Und in Matthias Müllers und Christoph Girardets PLAY (Deutschland 2003) dehnt sich der spannungsvolle Moment zwischen tosendem Anfangsapplaus und Beginn eines Musikstücke scheinbar ins Unendliche.