DER TAG DES SPATZEN ist ein politischer Naturfilm. Er handelt von einem Land, in dem die Grenze zwischen Krieg und Frieden verschwindet. Am 14. November 2005 wird im holländischen Leeuwarden ein Spatz erschossen, nachdem er 23000 Dominosteine umgeworfen hat. In Kabul stirbt ein deutscher Soldat in Folge eines Selbstmordattentates. Das Nebeneinander der Schlagzeilen wird zum Anlass für Regisseur Philip Scheffner, sich mit den Methoden der Ornithologie auf die Suche nach dem Krieg zu machen. In Deutschland, nicht in Afghanistan. Denn hier stellt sich die Frage: Leben wir im Frieden oder im Krieg?
Liverpool
Farrel, Matrose auf einem Containerschiff, geht von Bord, um nach jahrelanger Abwesenheit seine Mutter zu besuchen. Bei eisigen Temperaturen reist er durch die schneebedeckten Weiten Feuerlands in sein abgelegenes Heimatdorf. Wortkarg und in sich gekehrt wandert er durch die immer bergiger werdende Einöde. Seine Rückkehr vollzieht sich langsam und nur zögerlich. Bei der Ankunft am Ort seiner Kindheit erwartet ihn keine freudige Begrüßung, sondern eine überraschende Begegnung: Die Familie hat ein neues Mitglied.
Aquele querido mês de agosto
Hochsommer im Herzen Portugals, in der bergigen Region um Arganil, wo man im August Wildschweine jagt, Hockey spielt, Waldbrände bekämpft, von Brücken springt, Prozessionen absolviert, Feuerwerke macht, Feste feiert, singt und tanzt. Über dokumentarische Beobachtungen, die sich vor allem auf die populären lokalen Bands und Musikkapellen mit ihren Schlagern konzentrieren, gleitet der Film ganz allmählich in die Fiktion, bis sich schließlich zwischen Realem und Inszeniertem nicht mehr unterscheiden läßt: Es kristallisiert sich eine melodramatische Dreiecks- geschichte um Vater, Tochter und deren Cousin heraus. Gleichzeitig erzählt der Film von seinem eigenen Werden: Ein Filmemacher auf der Suche nach Darstellern, der sich immer wieder selbst in Szene setzt, seinen unglücklichen Produzenten zum Protagonisten macht und den Tönen, die nur sein Tonmann hört, ratlos gegenüber steht. Ein ganz und gar freier Film.
Beeswax
Beeswax ist eine Geschichte über Familien – reale und erfundene –, über Menschen, die sich um andere kümmern. Jeannie und Lauren sind eineiige Zwillingsschwestern. Jeannie, die seit ihrer Jugend querschnittsgelähmt ist, sitzt im Rollstuhl. Während sie sich mit der Sorge herumschlägt, dass ihre Freundin und Mitinhaberin ihres kleinen Kleidergeschäfts sie verklagen will, sucht Lauren nach einem Job, der sie möglichst weit von ihrer gerade gescheiterten Beziehung fortträgt. Beide müssen die rechtlichen, privaten und amourösen Angelegenheiten ihres Lebens neu verhandeln.
Das Forum zu Gast in Paris
Vom 7. bis 14. April wird eine Auswahl von Filmen des diesjährigen Forums nachträglich am Goethe Institut Paris gezeigt. Eröffnet wird das Programm mit der deutsch-französischen Produktion Orly von Angela Schanelec in Anwesenheit der Regisseurin sowie der Kuratorin Birgit Kohler.
Kinostart "Beeswax"
Mit Beeswax von Andrew Bujalski bringt der Verleih des Arsenal - Institut für Film und Videokunst ein Highlight des Forums 2009 in die Kinos. Vom 25. März ist er zunächst im Berliner Kino fsk zu sehen.