BEHAUPTUNG DES RAUMS - Wege unabhängiger Ausstellungskultur in der DDR
Spätestens nach der Ausbürgerung Wolf Biermanns im Herbst 1976 entwickelte sich in der DDR in zunehmendem Maße eine Kultur, die sich bewusst von den offiziellen Apparaturen der Kunstproduktion und -verbreitung abgrenzte und sich eigene Strukturen schuf. Dieser subkulturelle Ansatz fand sich auf dem Gebiet der Malerei und Fotografie ebenso wie in Literatur, Musik und Film. Neben Selbsthilfezeitschriften sorgten auch Galerien für eine öffentliche Wahrnehmung dieser künstlerischen Emanzipationsbewegung. Die EIGEN+ART kann in diesem Kontext als Modellfall für zivilgesellschaftliche Courage im letzten DDR-Jahrzehnt betrachtet werden. Hier wurde ein wirksames Refugium geistiger Autonomie geschaffen, in dem sich junge Kreative einen selbst bestimmten Raum des künstlerischen Austausches schufen. Dieser geschaffene Freiraum konnte jedoch nur innerhalb eines Prozesses behauptet werden, an dem viele Akteure zuvor als Wegbereiter beteiligt waren. Es waren verschiedene, bis in die 70er Jahre zurückführende Einzelinitiativen, mit denen die Erosion der staatlichen Kontrolle stückweise vorangetrieben wurde. Sie stellen sich dadurch als Facetten einer gesellschaftlichen Entwicklung dar, die schließlich in die friedliche Revolution des Herbstes 1989 mündeten. Der Film erzählt die Geschichte dieser „anderen DDR-Kultur“ in einem Dialog zwischen aktueller Betrachtung und dokumentarischen Aufnahmen. Er verweist auf Hintergründe und Widersprüche und gräbt nach den Wurzeln, die zu ihrer Entstehung führten.
Vaginal Davis präsentiert Rising Stars, Falling Stars
Diskussion zu "Portrait of the Fighter as a Young Man"
Zum besseren Verständnis des rumänischen Films Portrait of the Fighter as a Young Man findet am kommenden Dienstag ein Podiumsgespräch zur Fragestellung "Einseitige Geschichte? Der Umgang mit Antisemitismus, Kommunismus und nationaler Identitätsfindung am Beispiel des Films Portrait of the Fighter as a Young Man" statt.
Nippon Modern: Shimazu Yasujiro im Kino Arsenal
Zusätzlich zu den Filmen aus dem Hauptprogramm des Forums wiederholt das Kino Arsenal vom 23. bis 25. Februar auch die Nebenreihe mit drei Filmen des hierzulande weitgehend unbekannten japanischen Altmeisters Shimazu Yasujiro.
Forum-Wiederholungen im Kino Arsenal
Auch in diesem Jahr werden einige Filme aus dem Programm des Forums in der kommenden Woche im Kino Arsenal wiederholt: Kyoto Story, Nénette, The Oath, Putty Hill, Imani und Sona, the Other Myself.
Winter's Bone: geänderte Anfangszeit
Die Vorführung des von der Tagesspiegel-Leserjury ausgezeichneten Films Winter's Bone am morgigen Sonntag findet aus technischen Gründen um 20.30 Uhr im CinemaxX 6 statt.
Femina-Film-Preis für Reinhild Blaschke
Den sektionsübergreifenden Femina-Film-Preis für hervorragende künstlerische Leistungen einer Technikerin erhielt in diesem Jahr Reinhild Blaschke für ihr Szenenbild in Thomas Arslans Im Schatten.
Preise der unabhängigen Juries
Die unabhängigen Jurys der Berlinale vergaben Preise an drei Filme aus dem Programm des Forums: Aisheen (Still Alive in Gaza), Au revoir Taipei und Winter's Bone. Letzterer erhielt außerdem den Preis der Tagesspiegel Leserjury.
Brillante Mendoza zu Gast
Caligari-Preis und TEDDY für "La bocca del lupo"
Pietro Marcellos La bocca del lupo erhält nicht nur den diesjährigen Caligari-Preis, sondern wurde darüber hinaus auch mit dem TEDDY Award, dem queeren Filmpreis der Berlinale, ausgezeichnet.