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The United States of America

Kinostart 26.5.2022
Still aus James Bennings „The United States of America“: Wir schauen durch eine Straßenunterführung. Auf der anderen Seite scheint die Nachmittagssonne. Unter der Brücke am Straßenrand Zelte, in denen Menschen leben.
  • Regie

    James Benning

  • USA / 2022
    98 Min.

  • Originalsprache

    Englisch

In 52 makellos komponierten, knapp zweiminütigen Ansichten porträtiert Benning die  Bundesstaaten der USA, sowie Puerto Rico und den District of Columbia, begonnen bei Heron Bay, Alabama, bis hin zu Kelly, Wyoming. Die statischen Aufnahmen von Landschaften, Städten und dem, was dazwischenliegt, ergeben ein aktuelles Bild der USA, das en passant auch deren Bruchlinien nachzieht: umzäunte Anstalten, ein austrocknendes Flussbett, heruntergekommene Straßen und Tankstellen, ein Camp unter einer Brücke. Auch die Vergangenheit ist gegenwärtig, sie scheint auf in den Songs und Reden, die hin und wieder die Hintergrundgeräusche übertönen und neben die Motive treten, die ein ganzes Werk evozieren; denn die Wolken, Züge und Hütten repräsentieren nicht nur Bundesstaaten, sondern auch Filme. Wie immer bei Benning bleibt Zeit für abstrakte Überlegungen: Auch wenn jede Einstellung für einen Bundesstaat steht, ist es mit der Repräsentation so eine Sache. Welcher Bundesstaat ist am filmischsten?

James Benning, geboren 1942 in Milwaukee, USA, dreht seit 1972 Filme und fertigte zahlreiche Installationen an. Seit 1977 war er häufig im Forum und bei Forum Expanded zu Gast. Filme (Auswahl): 1972: Time & A Half (17 Min.). 1975: The United States of America. 1977: 11 x 14 (83 Min., Forum 1977, Forum 2018), One Way Boogie Woogie (60 Min.). 1979: Grand Opera. An Historical Romance (90 Min., Forum 1980). 1985: O Panama (28 Min., Forum 1987). 1986: Landscape Suicide (95 Min., Forum 1987). 1997: Four Corners (80 Min., Forum 1998). 1999: El Valley Centro (90 Min., Forum 2002). 2000: Los (90 Min., Forum 2002). 2002: Sogobi (90 Min., Forum 2002). 2004: 13 Lakes (133 Min., Forum 2005), Ten Skies (101 Min., Forum 2005). 2005: One Way Boogie Woogie / 27 Years Later (120 Min., Forum 2006). 2007: RR (110 Min., Forum 2008). 2009: Ruhr (121 Min.). 2011: Twenty Cigarettes (99 Min., Forum 2011), Small Roads (103 Min.). 2012: Nightfall (98 Min.), Stemple Pass (121 Min., Forum 2013). 2014: Natural History (77 Min.), Farocki (77 Min.), Concord Woods (121 Min.). 2015: American Dreams (85 Min.). 2017: Untitled Fragments (75 Min., Videoinstallation, Forum Expanded 2017). 2018: L. Cohen (45 Min., Videoinstallation, Forum Expanded 2018). 2019: Maggie’s Farm (84 Min., Forum 2020).

Kinotermine:

fsk Kino am Oranienplatz, Berlin, ab 26. Mai, täglich
Werkstattkino, München, ab 26. Mai, täglich
B-Movie, Hamburg, 9. bis 12. Juni
Kino im Künstlerhaus, Hannover, 23. und 25. Juni
Kinemathek Karlsruhe, 28. Juni
Filmhaus im KunstKulturQuartier, Nürnberg, 2. bis 8. Juni
Neues Kino, Basel, 9. und 10. Juni

Mehr Informationen sowie eine Playlist und ein Essay zum Film finden Sie hier.

"Mehrfach schon in seiner langen und produktiven Werkbiografie hat Benning ältere Arbeiten und Motive wieder aufgegriffen. Auch THE UNITED STATES OF AMERICA hat einen filmischen Vorläufer mit dem gleichen Titel aus dem Jahr 1975, als Benning gemeinsam mit der Kollegin Bette Gordon im Auto die USA von Ost nach West durchquerte und die Kamera von der Rückbank aus die Reisenden selbst und die Orte vor der Frontscheibe filmte. Ein Roadmovie in schönstem Sinne, der die Bewegung durch das Land und die Begegnung im Wagen miteinander kurz schloss und die einzelnen Landschaften überblendete und verband. Der neue Film verzichtet gänzlich auf solche Bewegung. Jede Einstellung und jeder Ort steht für sich, verbunden nur konzeptuell durch das Ordnungsprinzip der Tafeln und die Montage, die auf die Zelte von Obdachlosen in einerUnterführung eine sommerliche Landschaft und eine im Wind flatternde US-Flagge (New Milford, Connecticut) folgen lässt. ... Nicht zuletzt war James Benning immer schon auch ein Spieler und Humorist. ... Der größten Spaß, den er sich herausnimmt, ist aber eine gewichtige Verschiebung im Verständnis des gesamten Films aus der Rückschau. ... Aber bitte bleiben Sie aufmerksam bis zum Abspann! Es könnte sein, dass Sie „The United States of America" danach gleich ein zweites Mal sehen wollen."
(Silvia Hallensleben, Tagesspiegel)     

"But while THE UNITED STATES OF AMERICA is meditative and reflective in ways that are characteristic of Benning's earlier work, this is a landscape that is haunted by its past, evidence of which can be seen, heard and felt throughout the film.... One thinks of Benning's other film with America in the title, _American Dreams (Lost and Found)_. The multiple narrative devices in that film complicate any neat image of the country, and one can see both _United States of America_ films as their own separate strands of America to mentally superimpose. It becomes clear: In reusing the same title as his decades-old film, Benning forms a necessary dialectic between America's scenic beauty and its sinister underbelly. "Lovin' you, I can see your soul come shining through."
(Jim Gilles, The Hollywood Times)   

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