November 2019, berlinale forum

Goldene Lola für "Fortschritt im Tal der Ahnungslosen"

Bild aus Fortschritt im Tal der Ahnungslosen

FORTSCHRITT IM TAL DER AHNUNGSLOSEN von Florian Kunert ist bei der Verleihung des Deutschen Kurzfilmpreises mit dem Sonderpreis als bester mittellanger Film ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert, die der Regisseur gemeinsam mit seinen Produzent*innen Stefan Gieren und Sarah Schreiner für die Entwicklung, Vorbereitung und Herstellung eines neuen Films erhält. FORTSCHRITT IM TAL DER AHNUNGSLOSEN war im diesjährigen Forum uraufgeführt worden.

Die Jury bestehend aus Oliver Baumgarten, Sylke Gottlebe, Cornelia Klauß, Annegret Richter und Connie Walther begründete ihre Entscheidung wie folgt: "Integration ist ein schwieriger Prozess. Was kann Kunst da leisten? Der Dokumentarfilmer Florian Kunert initiiert ein Experiment. Im sächsischen Neustadt bringt er ehemalige Werksarbeiter des Landmaschinen-Kombinates Fortschritt mit jungen Syrern zusammen. Die Flüchtlinge, die aus dem zerstörten Aleppo kamen, werden zeitweilig in der ehemaligen Fabrik untergebracht, die nun nur noch eine Ruine ist. Zwei Generationen, zwei Welten. Der Film aber interessiert sich für das Gegenteil. Mittels einer gewagten Methode legt der Regisseur die Gemeinsamkeiten frei. Episoden aus dem DDR-Alltag werden nachinszeniert, anverwandelt und neu dekliniert. Das ist überraschend, witzig, komisch – und manchmal auch eine Gratwanderung, die der Regisseur zu balancieren weiß. Florian Kunert gelingen in den Überblendungen von Realität und Inszenierung, Biografie und Weltgeschichte Momente von Mitmenschlichkeit und Hoffnung. Auf Ahnungslosigkeit kann sich niemand mehr berufen."

Es ist bereits die zweite Goldene Lola für Florian Kunert. 2017 hatte er für "Oh Brother Octopus" (2017, 27 Min.) den Kurzfilmpreis in Gold in der Kategorie Dokumentarfilm erhalten.