Isabell Spengler

Vater, Mutter, was soll ich heute filmen?
Father, Mother, what should I film today?
Deutschland 2011

10.02. 14:00 OmEU Kino Arsenal 1
11.02. 20:30 OmEU Kino Arsenal 2

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„Die Idee zu VATER, MUTTER, WAS SOLL ICH HEUTE FILMEN? entstand eines Sommers, als ich meine Eltern in ihrem Ferienhaus in Südfrankreich besuchte und meine Videokamera dabei hatte. Während sie im Garten arbeiteten, riefen mein Vater und meine Mutter mindestens fünfmal täglich: ‚Isabell, komm‘ mal schnell her, hier ist eine Gottesanbeterin / eine Schnecke / eine Blüte etc., die musst du filmen!’ Provoziert durch diese andere Vorstellung davon, wie man Filme machen sollte, kam mir die Idee, Videointerviews mit meinen Eltern aufzunehmen, in denen ich sie ihre Filmwünsche so genau wie möglich beschreiben lasse. Einige ihrer Vorstellungen habe ich dann tatsächlich realisiert. In VATER, MUTTER, WAS SOLL ICH HEUTE FILMEN? werden die Filmbeschreibungen meiner Eltern mit meinen filmischen Umsetzungen gegenüber gestellt: Auf Filmwünsche in Worten folgen Wunschfilme in Bildern.“ (Isabell Spengle)

VATER, MUTTER, WAS SOLL ICH HEUTE FILMEN? steht in einer Reihe von Arbeiten, in denen Isabell Spengler mit Bildbeschreibungen im Film experimentiert. Wort, Bild und Geste sind die Zeichen in speziellen Kommunikationsexperimenten zwischen FreundInnen, Verwandten und der Öffentlichkeit; zwischen FilmautorInnen, InterpretInnen und dem Publikum. Die Versuchsanordnungen weisen den beteiligten Parteien klar abgegrenzte Positionen – vor, hinter und im Filmbild – zu. 2007 wurde im Rahmen von Forum Expanded Isabell Spenglers Splitscreen-Videoinstallation Telephathie Experiment I gezeigt. Darin ging es um den Versuch zweier Freundinnen, Gedanken über eine räumliche Distanz hinweg (und mit Hilfe des Publikums von einer Bildhälfte zur anderen) zu senden. Während Telephathie Experiment I mit der Verknüpfung gleichzeitig ablaufender Zeichenströme operierte, führt VATER, MUTTER, WAS SOLL ICH HEUTE FILMEN? verbale Beschreibungen und Visualisierungen in zeitlicher Folge vor. Nicht zuletzt ist der Film auch das Portrait einer Familie mit einem leidenschaftlichen Verhältnis zum Bild der sie umgebenden Natur.

Isabell Spengler, geboren 1972 in Berlin, arbeitet mit Film, Video und Fotografie. Von 1999 bis 2004 lebte sie in Los Angeles. Seit 2004 unterrichtet sie als Künstlerische Mitarbeiterin und Gastdozentin an der Universität der Künste Berlin im Bereich Experimentelle Filmgestaltung. Mit ihren Arbeiten ist sie seit 1998 kontinuierlich auf Filmfestivals und in Ausstellungen weltweit präsent.
Filme / Installationen: 2009: Osmosis of the Unicorn, 2009: Lint Lent Land, 2008: The Pitch, 2007: Telepathie Experiment I, 2007: Syncpoint, 2006: Lantouy, 2006: Mummy, 2005: Permanent Residents, 2004: The Natural Life of Mermaids, 2003: Transformation in the Land of Enchantment, 2002: Snowdrift, 1999: Chicks with Guns – gay girls in the IDF (Israel Defense Force), 1998: Psychic Tequila Tarot.

Format: HD Video
Länge: 53 Minuten