November 2019, living archive

Das Harun Farocki Institut präsentiert

HARD SELLING

Politische Systemwechsel produzieren Bilder, Wörter und Töne. Nicht nur die „Währungsunion“ bzw. „Deutsche Einheit“ im Jahr 1990, sondern auch die Finanzkrise von 2001 in Argentinien markieren systemische Einschnitte auf makro-politischer Ebene, in denen die regulierende Rolle des Staates von den Mechanismen des deregulierten Marktes abgelöst wird. Am 20. November präsentiert Das Harun Farocki Institut zum einen Farockis HARD SELLING, Gespräche eines Adidas-Handelsreisenden in Brandenburg 1990, die den Übergang der DDR in ein markt-kapitalistisches System anhand von Artikeln für Sport und Freizeit beschreiben; zum anderen Materialien von Alice Creischer und Andreas Siekmann, die aus ihrem Aufenthalt in Buenos Aires um 2001 stammen. Sie zeigen Proteste, welche die Finanzkrise in Argentinien begleiteten. Während hier ein Staat verschwindet, wird dort die Wirtschaft de-nationalisiert. Visuelle Strategien stehen dabei im Spannungsverhältnis mit Systemkrisen und unvollendeten Protesten. Zu Gast: A. Creischer und A. Siekmann