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Prénoms

Given Names
Frau steht lächelnd in einer Wohnungstür, im Vordergrund sind unscharf Blüten einer Pflanze zu sehen.
© Nurith Aviv
  • Regie

    Nurith Aviv

  • Frankreich / 2026
    82 Min. / OmeU

  • Originalsprache

    Französisch

Ein regelhafter Film, der erzählend variiert, multipliziert, zum Roman nomadischen Weltwissens expandiert. Nurith Aviv kommt mit Blumen in der Hand, tritt ein, findet die passende Kadrierung und hört zu. Für Agnès V., die eigentlich Arlette hieß, spricht die Regisseurin. Alle anderen sprechen selbst und kommen – über nichts weniger als die Geschichte ihrer Vornamen – ins Erzählen. Chowra, Gulya, Hind, usw., dreizehn an der Zahl, dreizehn Miniaturen von A wie Agnès Varda bis Z wie Zeynep Jouvenaux. Sie sind Kolleg*innen aus der Filmbranche (ebenfalls Filmemacher*innen oder Bühnenarbeiter*innen), Psychoanalytiker*innen, Literaturprofessor*innen, Ingenieur*innen. Aber all das bedeutet hier nur etwas, wenn es im Bezug zum Vornamen steht. Wie faszinierend schlicht dieser Film anmutet und wie beschenkt man doch beim Zuhören wird. Als Botschaften betrachten sie ihre Namen, als Verbindungsstück zum familiären und kulturellen Hintergrund, als Spur auch der Wünsche und Sehnsüchte derer, die sie auf die Welt gebracht haben. In ihrem filmischen Werk erschließt Nurith Aviv Zeichen, Buchstaben, Worte, Sprachen. Sie selbst spricht viele, auch die der Kamera. Ein Glücksfall. (Christiane Büchner, Barbara Wurm)

Nurith Aviv hat rund 20 Dokumentarfilme gedreht. Ihr Hauptinteresse gilt der Erforschung von Sprache. Retrospektiven ihres Werks wurden im Jeu de Paume, Centre Pompidou, Forum des Images, in New York und in Genf gezeigt. Sie ist die erste von der CNC offiziell anerkannte Kamerafrau in Frankreich und hat als DOP an Filmen von Agnès Varda, Amos Gitaï, René Allio und Jacques Doillon mitgewirkt. Zoher Behrendt widmete ihr den Film Nurith Aviv, Woman with a Camera. Nurith Aviv: Filmer la parole (Éditions Exils, 2023) versammelt Texte von rund 40 Autor*innen über ihre Filme.

Regie Nurith Aviv. Buch Nurith Aviv. Kamera Nurith Aviv. Montage Hippolyte Saura, Nurith Aviv. Produzent*innen Serge Lalou, Sophie Cabon. Produktionsfirma Les Films d'Ici (Paris, Frankreich). Mit Chowra Makaremi, Edouard Rosenblatt, Gulya Mirzoeva, Hind Meddeb, Judith Guy, Marc-Alain Ouaknin, Nathalie Bély, Rim Bouhedda, Sarah Lawan Gana, Tewfik Allal, Yue Zhuo, Zeynep Jouvenaux.

Filme: 1988: Kafr Qar’a, Israël (Dokumentarfilm). 1992: La tribu européene / The European Tribe (Dokumentarfilm). 1998: Makom Avoda / A Place, A Work (Dokumentarfilm). 2000: Circoncision / Circumcision (Dokumentarfilm). 2001: Allenby, Passage (Kurz-Dokumentarfilm). 2002: Vaters Land / Loss (Kurz-Dokumentarfilm). 2004: D’une langue à l’autre / From Language to Language (Dokumentarfilm), L’alphabet de Bruly Bouabré / The Alphabet of Bruly Bouabré (Kurz-Dokumentarfilm). 2008: Langue sacrée, langue parlée / Sacred Language, Spoken Language (Dokumentarfilm). 2011: Traduire / Translating (Dokumentarfilm). 2013: Annonces / Announcements (Dokumentarfilm). 2015: Poétique du cerveau / Poetics of the Brain (Dokumentarfilm). 2017: Signer en langues / Signing in Languages (Kurz-Dokumentarfilm). 2018: Signer / Signing (Dokumentarfilm). 2020: Yiddish (Dokumentarfilm). 2022: Des mots qui restent / Words That Remain (Dokumentarfilm). 2024: Lettre errante / Wandering Letter (Dokumentarfilm). 2025: Son portrait, mon portrait / Her Portrait, My Portrait (Kurz-Dokumentarfilm). 2026: Prénoms / Given Names.

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