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Über Leben in Amerika – 
Die Filme von Debra Granik

Debra Granik (*1963) hat im Kontext des US-amerikanischen Independent-Kinos eine besondere Stellung inne: Kaum jemand sonst sorgt dafür, dass gesellschaftliche und topografische Randlagen in den Blick genommen werden. Sie hingegen widmet sich in ihren Spiel- und Dokumentarfilmen konstant Menschen am Rande der US-amerikanischen Gesellschaft – Außenseiter, Ausgegrenzte, fragile Familien, von Armut, Drogen, Kriegseinsätzen oder einem Gefängnisaufenthalt Gezeichnete – und zeigt so einen Teil der USA, der im Kino wenig präsent ist. Mit bemerkenswertem Gespür für soziale Milieus, einem offenen, empathischen Interesse an Leuten im Abseits, mit gekonnter Bildgestaltung und ihrer Fähigkeit, fein beobachtete reale Details in ihre Erzählungen zu integrieren, stellt sie stereotype Vorstellungen infrage und zeichnet ein komplexes Bild von schwierigen gesellschaftlichen Verhältnissen. Den geschilderten sozialen Realitäten zum Trotz lässt Granik ihren Figuren stets einen Moment der Selbstbestimmung, einen Schimmer Hoffnung, eine Chance auf Zukunft. Ihr Werk zeugt insgesamt von einem unerschütterlichen Glauben an die Gemeinschaft, das Miteinander, an Allianzen und die Kraft von Solidarität.
Um diese Kraft ins Kino zu holen, passend zum Start im Wedding, zeigt das Arsenal eine Werkschau der seit 2004 entstandenen fünf Filme von Debra Granik, die am Eröffnungswochenende Ende Mai zu Gast sein wird. Neben WINTER’S BONE, der 2010 Teil des Berlinale Forum war, und LEAVE NO TRACE läuft als Berliner Premiere ihr jüngster Film CONBODY VS EVERYBODY.  (Birgit Kohler)

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