oktober 2018, living archive

Digital restauriert neu im Verleih: Die GESCHICHTEN VOM KÜBELKIND (BRD 1971) von Ula Stöckl und Edgar Reitz

„Die GESCHICHTEN VOM KÜBELKIND sind für unser Land eine cineastische Revolution.“ (Peter W. Jansen, Die Zeit, 23.7.1971) Das Kübelkind, eine anarchisch-außer-soziale Kunstfigur, erwächst aus einer weggeworfenen Plazenta und lernt neugierig, was von ihr erwartet wird und viel darüber hinaus. Sie wird missverstanden, eckt an, wird abgestraft, geschändet, ermordet und ist doch nicht tot zu kriegen. Mit den 22 unterschiedlich langen Kurzfilmen positionierten sich Stöckl und Reitz radikal außerhalb des Systems Kino. Sie funktionierten ein Münchner Kabarett-Theater zum „Kneipenkino“ um, in dem die Gäste einzelne Kübelkind-Folgen anhand einer Menükarte bestellen konnten. So entsteht durch eine immer neue Zusammensetzung der Geschichten jedes Mal ein einmaliges Filmereignis.

Diesen Gedanke aufgreifend, gehen die GESCHICHTEN VOM KÜBELKIND ab 11. Oktober auf „Kneipenkino“-Tour quer durch die Republik – auch an Orte jenseits der klassischen Abspielstätten. Kneipen, Kunstvereine, Kleinkunst-Bühnen, ungewöhnliche Räume können zum Ort für die anarchischen Geschichten werden, die voller Wut und Kritik, aber vor allem auch Spaß und Lust stecken. Den Auftakt bildet das Arsenal „Kneipenkino“ im silent green Kulturquartier am 11. Oktober. Karten können an der Abendkasse oder im Vorverkauf an der Arsenal-Kasse zu den üblichen Kinopreisen gekauft werden.

Ein Projekt im Rahmen von Archive außer sich.

oktober 2018, living archive

Filmmakers’ Choice im Oktober

Die nächste Ausgabe der Reihe Filmmakers' Choice findet am 22.10. statt. I.F. STONE’S WEEKLY (Jerry Bruck Jr., USA 1973): Als der Journalist Isidore Feinstein Stone im Zuge der Verfolgung echter wie vermeintlicher Kommunisten unter McCarthy arbeitslos wurde, gründete er 1953 das Ein-Mann-Blatt „I.F. Stone’s Weekly“. 19 Jahre lang war Izzy Stone Rechercheur, Autor und Verleger des Vier-Seiten-Newsletters, mit dem er zur Ikone des kritischen Journalismus wurde. Izzy Stone war so etwas wie ein Blogger in einer Zeit, in der man Informationen nicht nur analog ausfindig machen, sondern auch per Post verschicken musste. Mit kriminalistischem Spürsinn und indem er akribisch die offiziellen Quellen las, deckte er den „double-talk“ der Regierenden auf. Ein inspirierender Film in Zeiten von „fake news“ und „alternative facts“, vorgestellt und diskutiert von Arne Hector und Minze Tummescheit.

oktober 2018, living archive

Re-selected: Deranging the archive

Die dritte öffentliche Archiv-Sichtung im Rahmen des Projekts re-selected am 15. Oktober geht von dem kritischen Gedanken aus, dass Archive stets Mittel und Medien einer Macht sind. Die amerikanische Literaturwissenschaftlerin Saidiya Hartman spricht von der „Promiskuität“ der Archive, die zwar eine Vielzahl von Lektüren sprießen lasse, von denen jedoch keine diejenigen zum Leben erwecke, die das Archiv totgeschwiegen habe. Wie lassen sich vor diesem Hintergrund Filme diskutieren, die sich im Archiv gegen die Macht (des Archivs) zu wenden scheinen? Zur Diskussion stehen Filme von Abigail Child, Robin Curtis, Brenda Longfellow, Bernard Stone und Aldo Tambellini, die sich auf unterschiedliche Weise als Gegen-Geschichten und in den meisten Fällen als HERstories anbieten. re-selected ist ein gemeinsames Projekt des Arsenal mit den Kurzfilmtagen Oberhausen im Rahmen von „Archive außer sich“.

oktober 2018, living archive

Living Archive Residency

Die auf drei Monate angelegte Living Archive Residency bietet internationalen Künstler*innen und Kurator*innen die Möglichkeit zur Recherche und Sichtung von Filmen aus dem Archiv des Arsenal und, davon ausgehend, die Entwicklung eines eigenen Projekts. Wir freuen uns, die derzeitige Stipendiatin Lisabona Rahman aus Jakarta am 2.Oktober im Kino Arsenal begrüßen zu dürfen. Ihr Fokus liegt auf Filmen von Filmemacherinnen, die im 16-mm-Format arbeiten und unterschiedliche Formen des Notiz-, Tage- und Skizzenbuchfilms entwickelten: A PORTRAIT OF GA (1952) und COLOUR POEMS (1974) von Margaret Tait, NOTEBOOK (1962) von Marie Menken, O-DE-KA-KE-DIARY (1988) von Utako Koguchi sowie DER SCHMETTERLING IM WINTER (2006) von Ute Aurand und Maria Lang.

Die Living Archive Residency besteht seit 2011 in Kooperation mit dem Goethe-Institut.

september 2018, living archive

Vaginal Davis präsentiert
 Contemporary Vinegar Syndrome

Die neue Serie von Ms. Davis, unserer Archivarin, die am tiefsten in unsere Kellerräume eintaucht, und Daniel Hendrickson findet an wechselnden Orten statt – diesmal im Prinzessinengarten! Am 6. September präsentieren sie dort unter dem Titel „Borscht Belt Modalities“ und unter freiem Himmel die 16-mm-Archivkopie von A JUMPIN' NIGHT IN THE GARDEN OF EDEN (Michal Goldman, USA 1988), dem ersten Film, der die Wiederkehr der verlorenen Klezmer-Musik dokumentierte. Porträtiert werden Kapelye und die Boston’s Klezmer Conservatory Band. Zuvor nehmen wir mit GRANPA SAM (2006) ein kurzes Bad im Archiv eines Celebritiy-Fotografen, kommentiert von Vaginal Davis herself und Marc Siegel.

august 2018, living archive

Öffentliche Sichtung: re-selected: 1969 ff.

Am 14. August findet eine weitere öffentliche Sichtung von Archivkopien des Arsenal und der Kurzfilmtage Oberhausen im Rahmen von Archive außer sich: re-selected statt.

"Es muss dieser Film gewesen sein, der die Herren veranlasste, mich in die Rubrik Politfilmer einzuordnen." 1981 rekapituliert Dietrich Schubert in einem Film, warum er seit Jahren vom Staatsschutz observiert wird. Die Spur führt zu einem anderen Film und ins Jahr 1968. Das Programm folgt dieser Rückbesinnung, setzt den Angelpunkt jedoch ein Jahr später. Hatte es 1968 auf fast allen Filmfestivals Ausnahmezustände gegeben, konnte sich erst im Folgejahr zeigen, ob die Proteste auch das Kino verändern würden. Filme von Dietrich Schubert, Franz Winzentsen, Želimir Žilnik, Jan Švankmajer, Bill Hindle und László Lugossy von den 25. Kurzfilmtagen Oberhausen 1969 lassen diesen Jahrgang differenzierter erscheinen, als es Plattitüden vom "wilden 68" nahelegen. Öffentliche Sichtung von Archivkopien des Arsenal und der Kurzfilmtage Oberhausen im Rahmen von Archive außer sich: re-selected.

august 2018, living archive

Filmmakers' Choice im August

In der August-Ausgabe von Filmmakers' Choice präsentiert die Filmemacherin Bärbel Freund eine Auswahl eigener Filme sowie Filme von und mit Ute Aurand und Karl Heil.

Wir freuen uns sehr, Bärbel Freund, Ute Aurand und Karl Heil dazu am 1. August als Gäste im Arsenal begrüßen zu dürfen.

juni 2018, living archive

Öffentliche Sichtung: re-selected – Fünf Filme aus Lateinamerika, 1969–1980

Das dreijährige Projekt re-selected der Kurzfilmtage Oberhausen untersucht „Filmgeschichte als Filmkopiengeschichte“ (im Rahmen von „Archive außer sich“). Ein spezielles Augenmerk liegt dabei auf Filmen, die sowohl im Archiv der Kurzfilmtage, als auch beim Arsenal verwahrt sind. Die darin sichtbaren Bezüge zwischen beiden Institutionen sollen im Rahmen von öffentlichen Sichtungen neu befragt werden, die im Zweimonatsrhythmus im Arsenal stattfinden. Zum Auftakt sind am 19.6. fünf Filme aus Uruguay, Kolumbien, Argentinien und El Salvador zu sehen, die im Kampf gegen staatliche Willkür entstanden sind und politische Landschaften der 70er Jahre erkennbar machen. Zu Gast ist Peter B. Schumann, der seinerzeit für beide Institutionen der wichtigste Vermittler zum unabhängigen Filmschaffen in Lateinamerika war.

juni 2018, living archive

Filmmakers’ Choice: Leben zwischen den Kriegen

Am 11. Juni präsentiert die Berliner Künstlerin Sandra Schäfer eine weitere Ausgabe unserer Reihe Filmmakers' Choice: Die zwischen 1979 und 2017 in Syrien und Libanon gedrehten Filme beschäftigen sich aus verschiedenen Perspektiven mit der Herstellung von Architektur und von Ideologien sowie mit dem gelebten Alltag zwischen und in den jeweiligen Kriegen. STEP BY STEP (Ossama Mohammad) beobachtet männliche Dorfbewohner in Syrien, die 1979 den Weg zum Militär wählen. MY FATHER IS STILL A COMMUNIST: INTIMATE SECRETS TO BE PUBLISHED (Ahmad Ghossein) schildert den Bürgerkrieg in Libanon als intimes Porträt aus dem Alltag seiner Mutter. Hintergrund der Filme von Maher Abi Samra und Sandra Schäfer ist der libanesische Juli-Krieg 2006. Abi Samra dreht während des Ausnahmezustands des Kriegs selbst die Bergung Verschütteter. Schäfer betrachtet zehn Jahre später den Wiederaufbau eines Beiruter Stadtteils.

mai 2018, living archive

Archive außer sich: re-selected – Filmgeschichte als Kopiengeschichte

Auf den 64. Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen wird am 4. Mai das Projekt re-selected vorgestellt, eine Zusammenarbeit mit dem Arsenal im Rahmen von „Archive außer sich“.

re-selected nimmt sich drei Jahre Zeit, um einer womöglich unzeitgemäßen Intuition zu folgen: Am designierten „Ende des analogen Zeitalters“ widmet sich das Projekt ausgewählten Filmen aus dem analogen Bestand des Archivs der Kurzfilmtage und untersucht Filmgeschichte als Geschichte individueller Filmkopien. Der Blick auf die Eigenheiten einer Kopie führt zu Fragestellungen, die mit einem konkreten Werdegang, mit lokalen Öffentlichkeiten und zeitgeschichtlichen Konstellationen zu tun haben. Was besagt die Existenz einer Kopie an einem bestimmten Ort? Wo und wann wurde ein Film überhaupt gezeigt, wer hat ihn gesehen, in welcher Fassung, in welcher Verfasstheit? Wenn ein besonderes Augenmerk einem Pool von etwa 80 Filmen gilt, die sowohl in Oberhausen als auch im Arsenal archiviert sind, so geht es dabei auch um die kuratorischen Praxen dieser beiden Institutionen und deren Wirkungsgeschichten. Bis 2020 wird es Veranstaltungen unterschiedlicher Formate geben, nicht nur in Oberhausen und Berlin, sondern auch an anderen Orten, die mit der Wirkungsgeschichte konkreter Kopien verbunden sind. Das Projekt soll anschließend in eine Publikation münden, die Erfahrungen und Ergebnisse als Beitrag zur Filmgeschichtsschreibung im post-analogen Zeitalter formuliert.

mai 2018, living archive

Archive außer sich: Italien ’68

Unter dem Titel "Archive außer sich" widmet sich das Arsenal bis Ende 2020 in Kooperation mit sieben Projektpartnern dem filmkulturellen Erbe und seinen Archiven. Ein erstes Projekt ist vom 10.-17. Mai im Kino Arsenal zu sehen.

In den Jahren zwischen 1968 und 1977 häuften sich nicht nur die Aktionen der Neuen Linken auf den Straßen Italiens, es entstanden auch neue Formen filmischer Massenkommunikation. Arbeitskämpfe und Polizeigewalt fanden ihren Weg in die Filme der Neuen Linken, feministische Gruppen lenkten den Blick auf Lebensrealitäten von Frauen. Stärker als in anderen Ländern wirkte in Italien die Antipsychiatriebewegung, die letztlich die Abschaffung geschlossener psychiatrischer Kliniken erreichte. Die Filme der italienischen Neuen Linken waren ein Laboratorium filmischer Formen. Kern des Programms, das Cecilia Valenti und Fabian Tietke zusammengestellt haben, bilden Kopien aus dem Archiv des Arsenal, flankiert von zusätzlichen Werken, die mit Gästen und Einführungen in einem umfassenden Kontext präsentiert werden.

Ebenfalls im Rahmen von "Archive außer sich" stellt Constanze Ruhm am 8. Mai ein zentrales Werk der italienischen (Post-) 68er-Bewegung vor: ANNA von Alberto Grifi und Massimo Sarchielli (1972-75).

april 2018, living archive

Filmmakers’ Choice im April

Die nächste Ausgabe von Filmmakers' Choice präsentiert Jen Lui am 23. April unter dem Motto "We Have To Learn How To Enjoy The Beauty Of Life": Zu welcher Art Überlegung kann die Kombination von Schönheit und Trostlosigkeit führen? Ein Schlüssel liegt in einem Zitat aus THE SHOE (1986). Der Lehrer verlangt nach Schönheit und beharrt darauf, dass Regenbogen auch mit zerbrochenen Stiften gemalt werden können. Das Beharren auf nichtexistenter Schönheit schafft aller Unwahrscheinlichkeit zum Trotz genau diese. In XÉNOGÉNÈSE (1982) mäandert ein eleganter Mann inmitten von Müll. In IMAGES OF A CENTER (2005) wird mittels der bewussten Hervorhebung des Imaginären im Off die Utopie einer andersgearteten sozialen Ordnung beschworen. In YUMEN (2013) wird die zerstörte Landschaft zur finalen Bühne für umherirrende Menschen und für den 16-mm-Film, das Medium der Geister.

april 2018, living archive

Living Archive Residents: Anna Azevedo und Leandro Listorti

Im Aprilt begrüßen wir die derzeitigen Living-Archive-Stipendiat*innen im Kino Arsenal: die Filmemacherin Anna Azevedo (Rio de Janeiro) und den Filmemacher und Archivar Leandro Listorti (Buenos Aires). Am 8.4. präsentieren sie gemeinsam ein Programm mit eigenen Filmen vund aus dem Archiv des Arsenal.

Der Dokumentarfilm DREŽNICA (Brasilien 2008) von Anna Azevedo setzt sich aus Amateur-Super-8-Material aus den 70er Jahren zusammen und beschreibt eine lyrische Reise durch Bilder und Träume blinder Menschen. „Drežnica“ ist der Ort, an dem der Schnee auf das Meer trifft, an dem die Tage voller Sterne und die Nächte sonnenerfüllt sind. Nur nicht-sehend kann dieser Ort wahrgenommen werden. VACANCY (Deutschland 1998) ist der Entwurf für eine utopische Stadt, ein von seinen Bewohner*innen verlassener Ort, ein Museum, das nur von Wärtern am Leben erhalten wird. Matthias Müller verwebt in diesem Film eigene Aufnahmen mit Ausschnitten aus Amateur- und Spielfilmen, die in Brasília gedreht wurden. Leandro Listorti präsentiert das kollektive Filmprojekt SUCESOS INTERVENIDOS (Argentinien 2014). Im Pablo C. Ducrós Hicken Film Museum in Buenos Aires lagert das Archiv der „Sucesos Argentinos“, eine argentinische Wochenschau, die von 1938–72 im Vorprogramm der Kinos gezeigt wurde. Mit dem Ziel, auf die Notwendigkeit der Digitalisierung des Archivs hinzuweisen, lud das Museum Filmemacher*innen dazu ein, neue Arbeiten auf Grundlage der Wochenschauen zu produzieren. Die Living-Archive-Residency besteht seit 2011 in Kooperation mit dem Goethe-Institut.

februar 2018, living archive

Archive außer sich: Auftakt im Rahmen von „Think Film No. 6 - Archival Constellations“

Mit „Archive außer sich" beginnt das Arsenal – Institut für Film und Videokunst erstmalig eine langfristig angelegte Kooperation mit dem Haus der Kulturen der Welt. Während der Berlinale werden am 22. Februar als Teil von „Think Film No. 6 – Archival Constellations“ erste Projekte präsentiert (siehe dazu weiter unten).

„Archive außer sich“ beschäftigt sich als langfristig angelegte kollaborative Serie von Forschungs-, Veranstaltungs- und Ausstellungsprojekten mit dem filmkulturellen Erbe und seinen Archiven. Was ist kulturelles Erbe, welche Gemeinschaften und Narrative, welche Adressaten und Vermittlungsformate leiten sich daraus ab und wie beständig sind sie? Oder: Welche noch unbekannten Archive bringt die Gegenwart hervor? Zugrunde liegt die Idee des Living Archive: Erforschung, Digitalisierung und/oder Restaurierung von Archivinhalten sind Teil einer partizipativ verstandenen künstlerischen und kuratorischen Gegenwartspraxis. Das Archiv ist ein Ort der Produktion. Aus der Diversität des Ausgangsmaterials—vollständige Filme, beschädigte oder nicht mehr rekonstruierbare Filme, ephemere Filme, Arbeitsmaterialien, Randnotizen und Objekte—sowie der jeweils spezifischen Örtlichkeit der Partner—Archive, Kinos, Festivals, Kunsträume, Universitäten, öffentlich rechtliche Fernsehsender, Datenbanken, ein ehemaliges Krematorium—stellt sich die Frage: Was ist heute ein Filmarchiv? Welche Forderungen stellt die Öffentlichkeit an Archive und welche Gegenwart und Zukunft kann aus archivarischen Konstellationen und neuen Formen der Navigation, auch spekulativ, entworfen werden?

februar 2018, living archive

Filmmakers' Choice

Die nächste Ausgabe von Filmmakers' Choice am 28.2. präsentiert die Künstlerin Eleonore de Montesquiou.

"Die Kunst des Kinos besteht darin, sich der Wahrheit der Menschen zu nähern", sagte Jean Renoir. Bei meinem Film OLGA & OLGA (2017) wollte ich gerne wissen, was für zwei Freundinnen in der Sowjetunion Feminismus, Liebe und Freiheit bedeutet hatten. In Márta Mészáros' Spielfilm ÖRÖKBEFOGADÁS (Adoption, 1974) setzen sich Frauen gegenüber ihren Eltern, Lehrern und Liebhabern durch. Der Kurzfilm HISTOIRE D’UNE FEMME (2005) von Karim Souaki dokumentiert das Leben einer alten Frau am Rande der Gesellschaft in Tunis. Alle drei Filme versuchen sich aus unterschiedlichen kulturellen Perspektiven den Lebensverhältnissen von Frauen in ihrem gesellschaftlichen Umfeld zu nähern.