juli 2021, living archive

21 archives

Unter dem Titel 21 sunsets lädt das HKW vom 15.7.-15.8. zu Sommerabenden mit Konzerten, Lesungen, Performances und Filmen unter freiem Himmel ein. Das Arsenal ist wieder mit dabei: 21 archives versteht Filme bzw. Filmprogramme selbst als Archivräume. Found Footage, d.h. die Aneignung und Montage von vorgefundenem Material ist als filmisches Verfahren weit verbreitet. 21 archives untersucht darüber hinaus die Möglichkeiten, die entstehen, wenn sich jenes Verfahren von seinen Grundlagen löst: Wird das verwendete Material nicht gefunden, sondern erst hervorgebracht (vielleicht, weil die eigene Perspektive im Bestehenden nicht vorkommt), oder sind es keine Bilder und Töne, die übernommen werden, sondern etwas anderes (z.B. Körpererfahrungen oder Strategien der Verknüpfung), dann wird die Archivpraxis zu einer Praxis des Neugestaltens, das Archiv zu einem Ort der radikalen Kritik und der gelebten Entwürfe. Das Archiv wird zum Kino, das Kino zum Archiv. Zusammengehalten wird das Programm durch 21 planetarische Ereignisse.

juni 2021, living archive

Archival Assembly #1

1. bis 8. September 2021 im Kino Arsenal, silent green Kulturquartier, Haus der Kulturen der Welt (HKW), SAVVY Contemporary, Sinema Transtopia

Das Festival Archival Assembly #1 bildet den Abschluss des fünfjährigen Projekts „Archive außer sich“. Vom 1. bis 8. September versammeln sich Filmarchive und filmarchivarische Projekte zum Austausch mit dem Publikum.

„Einige von ihnen hält die Idee des nationalen Erbes, des Genres oder der historischen Zeit zusammen, die anderen der Widerstand dagegen. Einige sind als staatliche Archive gut zugänglich oder der Welt verschlossen, andere überhaupt nie in die Filmgeschichtsschreibung vorgedrungen. Archive und Gegenarchive: Es scheint so zu sein, als könnten die einen nicht ohne die anderen. Wenn sich Filmarchive jedoch nicht als geschlossene Einheiten, sondern als Handlungsorte einer transnationalen Praxis begreifen und sie neue Allianzen bilden, könnte sich vielleicht die alte Idee des sogenannten 'Weltkinos' aus seinem Machtgefüge lösen und beides, die Welt und das Kino, neu denken.“ (Stefanie Schulte Strathaus)

 

april 2021, living archive

Ziegelsteine im arsenal 3

Bild aus Zum Vergleich

Am 16. September 2013 zeigte das Arsenal anlässlich seines 50. Jubiläums in Anwesenheit von Harun Farocki ein Doppelprogramm mit dem Titel „Ziegelsteine“. Es liefen Farockis ZUM VERGLEICH (Deutschland 2009) sowie CHIRCALES (Ziegelarbeiter, Kolumbien 1971) von Marta Rodríguez und Jorge Silva, zwei Filme über Ziegelherstellung aus der Sammlung des Arsenals. Während Farockis Film in Indien, der Schweiz, Burkina Faso, Frankreich und anderen Orten Handarbeit, Industriearbeit und Computerarbeit beobachtet und dabei eine globale Zeitgeschichte der Ziegelproduktion erzeugt, konzentriert sich Marta Rodríguez’ und Jorge Silvas Film über sechs Jahre lang auf eine Ziegler-Familie, anhand derer exemplarisch die Ausbeutung der Arbeiter*innen deutlich wird.

„Archive außer sich“ zeigt im April beide Filme, die eine lange Geschichte mit dem Arsenal-Archiv haben, auf arsenal 3.

märz 2021, living archive

arsenal 3 im März: Odd Ones Out – Filme aus dem Archiv der Kurzfilmtage Oberhausen, deren Geschichte noch nicht geschrieben ist

Das Projekt „re-selected – Filmgeschichte als Kopiengeschichte“, widmet sich seit 2018 im Rahmen von „Archive außer sich“ ausgewählten Filmen aus dem analogen Bestand des Archivs der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen und untersucht Filmgeschichte als Geschichte individueller Filmkopien. Unter dem Titel Odd Ones Out präsentiert „re-selected“ im März Filme auf arsenal 3, deren analoge Kopien aus dem Archiv der Kurzfilmtage Seltenheitsstatus haben. Einige von ihnen wurden deshalb im Zuge des Projekts digitalisiert.