august 2021, kino arsenal

Archival Assembly #1

1. bis 8. September 2021 im Kino Arsenal, silent green Kulturquartier, Haus der Kulturen der Welt (HKW), SAVVY Contemporary, Sinema Transtopia

Das Festival Archival Assembly #1 bildet den (vorläufigen) Abschluss des fünfjährigen Projekts „Archive außer sich“, eine langfristig angelegte kollaborative Serie von Forschungs-, Veranstaltungs- und Ausstellungsprojekten mit dem filmkulturellen Erbe und seinen Archiven. Die teilnehmenden Institutionen sind das Harun Farocki Institut, SAVVY Contemporary, pong film, silent green Film Feld Forschung, die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen und der Masterstudiengang „Filmkultur: Archivierung, Programmierung, Präsentation“ an der Goethe-Universität Frankfurt. Vom 1. bis zum 8. September versammeln sich Filmarchive und filmarchivarische Projekte zum Austausch mit dem Publikum. Gleichzeitig ist das Festival die erste Ausgabe eines zukünftig zweijährlich stattfindenden Festivals, das Archivarbeit – wie auch das Kino – als künstlerische, soziale und politische Praxis versteht.

„Einige der Archive hält die Idee des nationalen Erbes, des Genres oder der historischen Zeit zusammen, die anderen der Widerstand dagegen. Einige sind als staatliche Archive gut zugänglich oder der Welt verschlossen, andere überhaupt nie in die Filmgeschichtsschreibung vorgedrungen. Archive und Gegenarchive: Es scheint so zu sein, als könnten die einen nicht ohne die anderen. Wenn sich Filmarchive jedoch nicht als geschlossene Einheiten, sondern als Handlungsorte einer transnationalen Praxis begreifen und sie neue Allianzen bilden, könnte sich vielleicht die alte Idee des sogenannten 'Weltkinos' aus seinem Machtgefüge lösen und beides, die Welt und das Kino, neu denken.“ (Stefanie Schulte Strathaus)

 

juli 2021, living archive

21 archives

Unter dem Titel 21 sunsets lädt das HKW vom 15.7.-15.8. zu Sommerabenden mit Konzerten, Lesungen, Performances und Filmen unter freiem Himmel ein. Das Arsenal ist wieder mit dabei: 21 archives versteht Filme bzw. Filmprogramme selbst als Archivräume. Found Footage, d.h. die Aneignung und Montage von vorgefundenem Material ist als filmisches Verfahren weit verbreitet. 21 archives untersucht darüber hinaus die Möglichkeiten, die entstehen, wenn sich jenes Verfahren von seinen Grundlagen löst: Wird das verwendete Material nicht gefunden, sondern erst hervorgebracht (vielleicht, weil die eigene Perspektive im Bestehenden nicht vorkommt), oder sind es keine Bilder und Töne, die übernommen werden, sondern etwas anderes (z.B. Körpererfahrungen oder Strategien der Verknüpfung), dann wird die Archivpraxis zu einer Praxis des Neugestaltens, das Archiv zu einem Ort der radikalen Kritik und der gelebten Entwürfe. Das Archiv wird zum Kino, das Kino zum Archiv. Zusammengehalten wird das Programm durch 21 planetarische Ereignisse.