Juli 2012, living archive

Öffentliche Sichtung im Juli: "Cine de Transición"

Bilder aus Shirley Temple Storry und A un dios

A UN DIOS DESCONOCIDO, 1978

SHIRLEY TEMPLE STORY, 1976

Am 24. Juli findet die nächste öffentliche Sichtung im Rahmen von Living Archive statt. Im Zusammenhang mit dem Projekt "Cine de Transición - Die Phase des politischen und gesellschaftlichen Übergangs von der Diktatur zur Demokratie im Spiegel (1965–1985) der Filmsammlung des Arsenal" von Sabine Schöbel werden diesmal ausschnitthaft spanische Filme gesichtet, die in den Jahren nach dem Tod von Franco im Forum gezeigt wurden. "Es ist eine Auswahl von Filmen, in denen nach Jahrzehnten jenes 'andere Spanien' wieder sichtbar wird, das mit dem Ende des Bürgerkriegs in den Untergrund oder ins Exil ging und das allenfalls im katalanischen 'cine clandestino' seit dem Ende der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts als Film einem Publikum wieder präsent war. Die ausgewählten Arbeiten sind zuerst Dokumente eines gesellschaftlichen Umbruchs und der Sichtbarmachung dieses Umbruchs durch das Internationale Forum des jungen Films. Unter diesen Vorzeichen und mit dem Wunsch, eine Filmtournee für die kommunalen Kinos auf den Weg zu bringen, näherte ich mich dem Archiv. Die Sichtung der dort seit Jahrzehnten gelagerten Kopien brachte aber bald noch einen anderen Aspekt zum Vorschein: „La otra España“ präsentierte sich da in einer Art 'Rotfilm'. Die Massenszenen des Bürgerkriegs, der Streiks der Theaterarbeiter in Barcelona 1977, der Hofgang der politischen Gefangenen im Baskenland, die weißen Masken im verbotenen Theaterstück LA TORNA und das Schlafzimmer des Zauberers in A UN DIOS DESCONOCIDO, alles wie eingefärbt. Filmmaterial, Filmgeschichte, Geschichte: rot. Andere Arbeiten haben kaum Kontraste oder zu starke oder sind verregnet. Bei einigen will man wissen, ob das schon immer so war. Charakteristikum eines 'armen Kinos'? Oder sind das ebenfalls 'Zeichen der Zeit'?" (Sabine Schöbel)

Die öffentliche Sichtung zum "Cine de Transición" stellt die Frage nach dem Umgang mit den schadhaften Kopien ins Zentrum der Diskussion; einer Diskussion des Materialverfalls unter künstlerischen wie kuratorischen und rechtlichen Aspekten.



Es werden Ausschnitte aus den folgenden Filmen gesichtet:


CINCUENTA Y DOS DOMINGOS, Llorenç Soler, Spanien 1970, 16mm, OF, 42’

TOQUE DE QUEDA, Iñaki Nuñez, Spanien 1978, 35mm, OmU, 40’


LA TORNA, Albert Boadella/Francesc Bellmunt, Spanien 1978, 16mm, OmU, 120’


LIBERTAT D´ESPRESSIÓ, Antoni Ribas, Spanien 1978, 16mm, OF, 12’

LA VIEJA MEMORIA, Jaime Camino, Spanien 1978, 35mm, OmU, 165’


SHIRLEY TEMPLE STORY, Antoni Padros, Spanien 1976, 16mm, OF, 226’


A UN DIOS DESCONOCIDO, Jaime Chávarri, Spanien 1978, 35mm, OmU, 107’


Das Projekt von Sabine Schöbel entsteht in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband kommunale Filmarbeit e.V. Eine Projektbeschreibung finden Sie hier.

Die Sichtung beginnt um 19 Uhr im Kino 2. Der Eintritt ist wie immer frei.