Februar 2014, living archive

Living Archive: "Ghashiram Kotwal"

GHASHIRAM KOTWAL, 1977

Schon zum zweiten Mal präsentieren wir im Rahmen des Forums und anschließend am 25.2. im Arsenal einen früheren Forums-Beitrag: GHASHIRAM KOTWAL (Indien 1977) ist ein Film der Yukt Film Cooperative unter der Regie von K. Hariharan und Mani Kaul, basierend auf dem gleichnamigen, damals sehr erfolgreichen Theaterstück des Autors Vijay Tendulkar. Er kombiniert Stilelemente des Theaters mit experimentellem Film und behandelt die Politik der Peshwa/Maratha-Epoche in den letzten Jahren ihrer Krise. GHASHIRAM KOTWAL konnte mit freundlicher Unterstützung der Deutschen Botschaft Neu Delhi digitalisiert und in der Arsenal Edition auf DVD veröffentlicht werden.

Seit dem ersten Jahr seines Bestehens hat das Forum sich bemüht, deutsch untertitelte Kopien der Festivalbeiträge herzustellen. Diese Praxis zahlt sich nun aus: Viele Filme haben so nur in Berlin überlebt, darunter GHASHIRAM KOTWAL, der nun in neuer, digitaler Fassung zur Wiederaufführung gelangt. Produziert hat ihn die Yukt Filmkooperative unter der Regie von K. Hariharan und Mani Kaul, basierend auf dem gleichnamigen Theaterstück des Autors Vijay Tendulkar. Es beruht auf der Biografie von Nana Phadnavis (1741–1800), eines einflussreichen Ministers, und beschreibt Entwicklung und Fall des Peshwa-Regimes in West-Indien vor dem Hintergrund einer Politik von Intrigen und Korruption, die während der wachsenden kolonialen Bedrohung das Land verwüstete. Um seine Macht abzusichern, ernennt Nana Ghashiram zum Polizei- und Spionagechef des Staates. Nachdem er einst Unrecht erfahren und Rache geschworen hat, beginnt Ghashiram, willkürlich Macht gegen die brahmanische Bevölkerung auszuüben, bis diese seine Hinrichtung verlangt. Der Film entwickelt seine experimentelle Ästhetik aus der Beschäftigung mit fiktionaler und dokumentarischer Praxis in Theater und Film. (Stefanie Schulte Strathaus)

Weitere Informationen zur bei arsenal edition erschienenen DVD finden Sie hier