Januar 2012, berlinale forum

Kinostart: "Utopians"

Bild aus Utopians

Mit UTOPIANS von Zbigniew Bzymek bringt arsenal distribution ab dem 5. Januar einen weiteren Film aus dem Forum 2011 in die Kinos. Er erzählt von drei Menschen, die sich am Rand bewegen, der Gesellschaft, der Beherrschung der Kräfte, des Zusammenbruchs. Roger arbeitet als Yoga-Lehrer. Das Verhältnis zu seiner frisch aus dem Militärdienst ausgeschiedenen Tochter Zoe wird durch deren Liebe zu Maya belastet, einer jungen Frau, der Schizophrenie attestiert wurde. Rogers wiederholtes Zuspätkommen und ein mitgebrachter herrenloser Hund sorgen für Spannungen mit den Teilnehmern seiner Yoga-Klasse. Auch ein Renovierungsauftrag, den Roger, Zoe und Maya in einem bürgerlichen Haus übernehmen, verläuft alles andere als plangemäß und spannungsfrei. Die von Roger problematisierten unterschiedlichen Realitäten, für die Mayas Schizophrenie metaphorisch steht, holen ihn in der Yoga-Klasse ein, wenn sein Glaube "we can make our own time" ebenso schnell an seine Grenzen stößt, wie das "feel united with the world around you" mit der sozialen Realität kollidiert. Fernab vom Sozialdrama hat Zbigniew Bzymek in seinem Spielfilmdebüt eine Form gefunden: Entdramatisiert und nicht linear bildet sich aus teils durch Schwarzblenden separierte Szenen die Skizze einer Geschichte. Mit einer eigentümlich schwebenden Atmosphäre und einer der nachhaltigsten Gitarrenimprovisationen seit "Dead Man".

Pressestimmen zur Urauffühhrung im Berlinale Forum:

"Utopians was the most promising film [at the Forum], revealing a young filmmaker to follow." — Stéphane Delorme, Cahiers du Cinéma

"Ein etwas irres Etwas: Zbigniew Bzymeks 'Utopians' …Hauptdarsteller Jim Fletcher genießt in den einschlägigen Zirkeln als Schauspieler Underground-Ruhm und legt in "Utopians" eine depressiv-energiegedrosselte Darstellung aufs Parkett, die das Leuchten im Herzen des stolzesten Yogi umstandslos auslöscht. ... Etwas schleicht sich heran und geradezu hinterrücks überfällt einen irgendwann das Gefühl, dass das ganz schön kühn ist und toll, was Bzymek da tut. Nichts und nichts (plus Schwarzblenden, plus Impro-Musik, plus Yoga, plus Hund) ergibt in Serienschaltung ein etwas irres Etwas. Nichts klärt sich so recht. Aber am Ende steht die Welt beim Yoga-Hund auf dem Kopf und es ist auf näher zunächst gar nicht zu bestimmende Weise die Wirklichkeit auch für mich und für dich ein kleines, aber entscheidendes Stückchen verrückt." — perlentaucher.de; Ekkehard Knörer

Englischer Trailer und weitere Informationen unter http://madeuplanguage.com