Jigoku

Nakagawa Nobuo

Japan 1960

16.02. 24:00 CineStar 8 (engl. UT)
17.02. 14:00 Delphi Filmpalast (engl. UT)

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Am Abend seiner Verlobung mit Yukiko, der Tochter seines Professors Yajima, verursacht der College-Student Shiro mit dem Auto einen Unfall. Er überfährt einen Mann und begeht Fahrerflucht. Später will er sich der Polizei stellen, doch auch das Taxi, mit dem er zusammen mit Yukiko auf dem Weg zum Revier ist, wird in einen Unfall verwickelt, bei dem Yukiko ums Leben kommt. Shiro kehrt nach Hause zurück, um seine schwer kranke Mutter zu besuchen. Dort lernt er Sachiko, die Tochter eines Malers, kennen, die Yukiko sehr ähnlich sieht. Er fühlt sich zu ihr hingezogen. Zum zehnjährigen Jubiläum der Firma von Shiros Vaters kommen Professor Yajima und seine Frau zu Besuch. Plötzlich finden sich alle Hauptpersonen in der Hölle wieder, wo sie ihre Verbrechen mit verschiedensten Qualen sühnen müssen. "Nakagawas früher Klassiker des japanischen Horrorfilms ist ein Stück über Karma und Moral, das sich auf die buddhistische Lehre vom Leben nach dem Tod stützt und auf der Doktrin aufbaut, dass wir die Sünden, die wir im Laufe unseres Lebens begehen, nach unserem Tode abbüßen müssen. "Jigoku" entstand zu einer Zeit, als der Horrorfilm weltweit eine Renais­sance erlebte. Nakagawas überwältigende Beschwörung der Unterwelt unterscheidet sich jedoch grundsätzlich von den Horrorfilmen, die damals in der westlichen Welt gedreht wurden. Auch verglichen mit heutigen Filmen ist "Jigoku" in seiner Darstellung sehr drastisch. Die fan­tasmagorischen Bilderwelten erinnern dabei an Visionen des Jüngsten Gerichts, wie sie der flämische Künstler Hieronymus Bosch im Mittel­alter oder Benjamin Christensen in seinem Stummfilmklassiker "Häxan" (1921) verarbeitet haben." Jasper Sharp

 

Nakagawa Nobuo (1905-1984). Zunächst Filmkritiker, Filme seit 1934. Von 1942 bis 1946 in Shanghai als Dokumentarfilmregisseur bei der China Film Company. Ab 1946 wieder in Japan, Beginn seiner Arbeit für das kurz zuvor gegründete Shintoho-Studio. In den 50er Jahren jährlich vier bis sechs Spielfilme unterschiedlichster Genres: Historienfilme, Literaturverfilmungen, Balladen, Musik- und Horrorfilme, darunter Meisterwerke wie "Ghost Story of Yotsuya" (1959) und "Jigoku" (1960). Insgesamt 97 Filme.

 

Produktion: Shintoho

Weltvertrieb: Kokusai Hoei

Buch: Nakagawa Nobuo, Miyagawa Ichiro

Kamera: Morita Mamoru

Ausstattung: Kurosawa Haruyasu

Ton: Nakai Kihachiro

Musik: Watanabe Michiaki

Schnitt: Goto Toshio

Darsteller: Amachi Shigeru, Numata Yoichi, Nakamura Torahiko, Miyata Fumiko

Format: 35mm, 1:2.35, Farbe

Länge: 101 Minuten, 24 Bilder/Sek.

Sprache: Japanisch

 

Foto: ©Kokusai Hoei